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Krise bei Batteriehersteller Varta verschärft sich

Erst 2023 einigt sich das Unternehmen mit seinem Mehrheitsaktionär und Banken auf einen Umbau. Nun werden Geldgeber erneut um Hilfe gebeten. Die Hiobsbotschaften schocken die leidgeprüften Anleger.

Vartas Krise hat sich den Angaben zufolge auf breiter Front verschärft.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der angeschlagene Batteriekonzern Varta bittet erneut seine Geldgeber um Unterstützung. Ein Rückgang der Nachfrage, günstige Angebote der Konkurrenz aus Asien und ein Cyberangriff verzögern die Sanierung des Unternehmens.

Das Konzept aus dem vergangenen Sommer sei «nicht mehr angemessen», um bis Ende 2026 wie geplant auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren, teilte Varta in Ellwangen mit. Der Vorstand verhandelt mit den Finanzierern über eine Lösung.

Tiefster Stand seit dem Börsengang 2017

Der Wert der Varta-Aktie fiel nach den Nachrichten stark. Innerhalb kurzer Zeit nach Handelsbeginn sank der Kurs um bis zu 34 Prozent auf 9,30 Euro und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem Börsengang im Jahr 2017. Im bisherigen Jahr hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Werts verloren, in den letzten fünf Jahren sogar mehr als drei Viertel.

Vartas Krise hat sich Berichten zufolge auf verschiedenen Ebenen verschlimmert. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, beispielsweise für Kopfhörer, schwankt stark, während die Nachfrage nach Energiespeichern für Solarstrom unerwartet stark eingebrochen ist. Darüber hinaus beklagte sich das Unternehmen über die Billigpreise der Konkurrenz für Energiespeicher und anhaltende Lieferkettenprobleme.

Hackerangriff im Februar

Zu allem Unglück hatten Hacker im Februar die Computersysteme von Varta angegriffen und die Produktion für Wochen zum Stillstand gebracht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Cyberangriffs seien noch nicht vollständig abzuschätzen, hieß es nun. Daher musste das Unternehmen bereits die Veröffentlichung seines Konzernabschlusses für das vergangene Jahr verschieben. Daher dürfte Varta auch aus dem Kleinwerte-Index SDax ausscheiden.

Varta hatte sich im Jahr 2023 mit seinem Mehrheitsaktionär Michael Tojner und den Banken auf eine umfassende Umstrukturierung geeinigt. Tojner hatte im Rahmen einer Kapitalerhöhung 50 Millionen Euro investiert, während die Banken günstigere Kreditbedingungen gewährt und die Verträge verlängert hatten. Diese Maßnahmen sollten die finanzielle Stabilität des Unternehmens sichern. Allerdings benötigt Varta angesichts der aktuellen Entwicklungen erneut Unterstützung.

dpa