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Krise im Roten Meer: EU sieht noch keine Preissteigerungen

Welche Auswirkungen hat die gefährliche Lage im Roten Meer auf die Weltwirtschaft? Die EU-Kommission sieht zumindest mit Blick auf die Verbraucher noch keinen Grund für Panikmache.

Container im Containerterminal Altenwerder in Hamburg.
Foto: Markus Scholz/dpa

Laut EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis haben die Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer bisher keine erkennbaren Auswirkungen auf die Preise für Waren und Energie in Europa. Nach einem informellen EU-Handelsministertreffen in Brüssel am Dienstag erklärte er jedoch, dass steigende Transportkosten zu beobachten seien.

Der Grund dafür ist, dass Reedereien jetzt ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung fahren lassen. Der Verkehr im Roten Meer ist in den letzten Monaten um 22 Prozent zurückgegangen und wird wahrscheinlich weiter abnehmen. Wenn Schiffe die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa nehmen wollen, müssen sie es durchfahren.

«Die umfassenderen wirtschaftlichen Auswirkungen, die Auswirkungen auf die Verbraucherpreise und die EU-Wirtschaft im Allgemeinen werden stark von der Dauer dieser Krise abhängen», erklärte Dombrovskis. Wichtig sei es nun, Maßnahmen zum Schutz der Handelsschifffahrt im Roten Meer zu beraten.

Die EU hat bereits seit Wochen entsprechende Vorbereitungen getroffen. Gemäß einer Grundsatzeinigung der EU soll im nächsten Monat ein Militäreinsatz im Roten Meer beginnen, um die Handelsschifffahrt zu sichern und die Angriffe der militant-islamistischen Huthi aus dem Jemen zu beenden. Die Miliz versucht, durch den Beschuss von Schiffen ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen zu erzwingen, die auf das beispiellose Massaker der islamistischen Hamas in Israel am 7. Oktober folgten.

Gemäß den aktuellen Planungen ist vorgesehen, dass der EU-Einsatz europäische Kriegsschiffe und luftgestützte Frühwarnsysteme in die Region entsendet, um Frachtschiffe zu schützen. Es besteht jedoch keine Absicht, sich an den US-Angriffen gegen Huthi-Stellungen im Jemen zu beteiligen.

Deutschland will sich nach Angaben aus Regierungskreisen mit der Fregatte «Hessen» an der Militäroperation beteiligen – vorausgesetzt, dass der Bundestag nach dem Abschluss der EU-Planungen ein entsprechendes Mandat erteilt. Das Schiff ist unter anderem mit Flugabwehrraketen ausgerüstet. Es wurde speziell für den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Mit seinem speziellen Radar kann es nach Angaben der Bundeswehr einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen.

dpa