Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Kuba erhöht Kraftstoffpreise deutlich

Auf Kuba macht sich überall der Mangel bemerkbar. Selbst die Produktion von Zucker reichte zuletzt nicht mehr, um den einheimischen Bedarf zu decken. Die Regierung setzt auf Preiserhöhungen.

Ein Mann schiebt sein kaputtes Auto durch eine Straße in der kubanischen Hauptstadt.
Foto: Ernesto Salazar/ZUMA Wire/dpa

Kuba, das wirtschaftlich stark in Mitleidenschaft gezogen ist, hat angekündigt, dass die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen ab Februar um mehr als 400 Prozent steigen werden. Die Regierung des Einparteienstaates gab am Montag (Ortszeit) ebenfalls bekannt, dass es ab März Preiserhöhungen für Flüssiggas und für Haushalte mit hohem Stromverbrauch geben wird.

Damit sollten die Wirtschaft angekurbelt, «Verzerrungen» ausgebessert und die Versorgung mit Kraftstoff und Strom gewährleistet werden, erklärten Finanzminister Vladimir Regueiro und Energieminister Vicente de la O Levy im Staatsfernsehen.

Die Kommunistische Partei hatte zuvor schwierige Maßnahmen angekündigt, gab die Staatsführung bekannt. Laut offiziellen Angaben ist das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um zwischen einem und zwei Prozent geschrumpft, während die Inflation bei rund 30 Prozent lag.

Unterstützung durch Venezuela schwindet

Am 1. Januar wurde zum 65. Mal die Revolution um Fidel Castro gefeiert. Die kubanische Wirtschaft wird weiterhin durch ein langanhaltendes Embargo und zusätzliche Sanktionen der USA beeinträchtigt. Die Situation hat sich kürzlich verschlechtert, unter anderem aufgrund des Rückgangs des Tourismus während der Corona-Pandemie und des schwindenden Supports seitens des ebenfalls in der Krise steckenden Verbündeten Venezuela.

In Kuba gibt es einen Mangel an Nahrungsmitteln, Medizin und Kraftstoff – auch die Landwirtschaft leidet unter diesem Mangel. Kuba muss Lebensmittel importieren, aber es gibt einen Mangel an Devisen. Sogar die Produktion von Zucker, einem Hauptprodukt des Landes, reichte zuletzt nicht aus, um den Bedarf im Inland zu decken.

Ein normaler Monatslohn entspricht nach dem aktuellen Straßenwechselkurs rund 15 Euro. Aufgrund der hohen Inflation können sich viele Kubaner kaum mehr leisten als die stark subventionierten Grundnahrungsmittel, die vom Staat abgegeben werden. Seit 2022 sind etwa vier Prozent der rund elf Millionen Einwohner des Karibikstaates ausgewandert.

dpa