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Deutsche Juweliere und Uhrenfachgeschäfte mit stabilem Umsatz trotz weniger Kunden

Verbandspräsident betont positive Entwicklung der letzten Jahre, steigende Durchschnittspreise und Herausforderungen durch sinkende Kundenzahlen.

Weniger aber teurere Stücke sorgen bei Juwelieren und Uhrenhändlern für stabile Umsätze. (Archivbild)
Foto: Uli Deck/dpa

Trotz weniger Kundschaft haben die deutschen Juweliere und Uhrenfachgeschäfte annähernd so viel umgesetzt wie im Vorjahr. Der Branchenumsatz sank zwar um 1,2 Prozent auf 5,26 Milliarden Euro, wie der Branchenverband BVJ anlässlich der Schmuckmesse Inhorgenta in München bekannt gab. Dennoch liegt er immer noch nahe an den beiden sehr starken Vorjahren. Nach der Pandemie stiegen die Umsätze im Jahr 2022 um gut ein Fünftel an und bleiben seitdem auf diesem neuen Niveau.

«Verglichen mit anderen Branchen geht es uns verhältnismäßig gut», sagt Verbandspräsident Stephan Lindner. «Wir hatten zwei fantastische Jahre 2022 und 2023. Diese Party konnte nicht endlos weitergehen.» Das aktuelle leichte Minus sei nur ein blaues Auge. Doch die Branche hat ein Problem: Die Umsätze werden von immer weniger Kunden gemacht, sagt Lindner. Ihre Zahl sei «nicht zufriedenstellend». 

Durchschnittspreise steigen deutlich

Die Durchschnittspreise der verkauften Schmuckstücke stiegen dagegen deutlich. Das lag unter anderem an steigenden Rohstoffkosten. «Gold und Diamanten bleiben im Trend, daran ändern auch die Materialpreise nichts», sagte Lindner. Bei Uhren habe sich dagegen die Nachfrage nach Top-Modellen ein wenig beruhigt, auch wenn hochwertige Mechanik weiter hoch im Kurs bei den Kunden sei. Uhren sorgten 2024 im Fachhandel für 1,2 Milliarden Euro Umsatz. Schmuck war für gut vier Milliarden Euro verantwortlich. 

Auch die Zahlen der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie bleiben relativ stabil: Die Exporte von Schmuck, Gold- und Silberwaren sanken zwar geringfügig auf 5,1 Milliarden Euro, jedoch stiegen die Uhrenexporte leicht auf 1,9 Milliarden Euro.

Goldpreis poliert die Bilanz auf

Allerdings verweist deren in Pforzheim ansässiger Branchenverband BVSU darauf, dass insbesondere beim Schmuck der stark gestiegene Goldpreis «die Ergebnisse in Euro deutlich schöner aussehen lässt, als dies der Fall wäre, wenn die Umsätze noch mit Goldpreisen des Jahres 2023 getätigt worden wären». Auch hier gibt es also das Problem, dass die Zahl der verkauften Stücke gesunken ist. Zumindest teilweise gilt dies laut BVSU auch für die Uhrenbranche. 

Die Branche hat sich insgesamt im Laufe des letzten Jahres verschlechtert. Die Konsumflaute in wichtigen internationalen Märkten, die Inflation, ein hohes Lohnniveau und insbesondere der hohe Goldpreis bereiteten den Unternehmen Probleme.

dpa