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Kunden vermissen gedruckte Werbeprospekte

Um ihre Einkäufe zu planen, nutzen viele Menschen nach wie vor klassische Papierprospekte der Händler. Werden diese eingestellt, kommt das oft nicht gut an.

Viele Händler setzen weiterhin auf Print-Werbung. (Symbolbild)
Foto: Wolf von Dewitz/dpa

Einige Einzelhändler wie Rewe und Obi haben ihren klassischen Werbeprospekt eingestellt. Allerdings sehen einige Kunden dies negativ. Laut einer Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln vermissen 52 Prozent der Befragten die Print-Werbung. Dies betrifft Personen, die zuvor regelmäßig Prospekte gelesen haben, die dann eingestellt wurden. 62 Prozent geben an, nun weniger Informationen über Angebote der betreffenden Händler zu erhalten.

Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie infolgedessen weniger bei diesen Anbietern kaufen (45 Prozent). Viele Kunden sind nicht begeistert von den Apps, in denen Händler oft zusätzliche Rabatte anbieten. 45 Prozent empfinden es als umständlich, andere Kanäle oder Medien nutzen zu müssen. 49 Prozent der Betroffenen lesen nun mehr Prospekte von anderen Ketten, die nach wie vor auf Print-Werbung setzen.

Im Februar 2025 hat das IFH im Rahmen einer Studie rund 1.260 Menschen in Deutschland repräsentativ befragt. Trotzdem erfreut sich der Print-Prospekt nach wie vor großer Beliebtheit. 78 Prozent aller Befragten lesen die gedruckte Werbung einmal pro Woche oder häufiger.

Der Prozentsatz bleibt so hoch wie in früheren Umfragen. Laut IFH ist die Reichweite der klassischen Prospekte weiterhin groß. 83 Prozent der deutschen Haushalte erhalten sie. Die häufigsten Gründe für die Nutzung sind Schnäppchen zu finden, Geld zu sparen und den Einkauf zu planen.

Papier-Lektüre entspannter

Die Nachfrage nach gedruckten Prospekten hat Gründe. 87 Prozent empfinden das Lesen als gemütlich und entspannt. Bei den Online-Alternativen geben 72 Prozent das an. Die restlichen 28 Prozent empfinden das Lesen als stressig und anstrengend. Trotzdem verzeichnen Online-Medien wie Apps und Webseiten starke Zuwächse und werden von Konsumenten immer häufiger genutzt. Viele lesen sowohl Print- als auch Online-Werbung.

Die Supermarktkette Rewe kündigte im Jahr 2023 an, keine Papierhefte mehr zu verschicken. Die Baumarktkette Obi hat bereits seit 2022 aufgehört, diese zu verteilen. Die Ursache dafür seien die rückläufigen Werbeausgaben der Firmenkunden und die gestiegenen Kosten für Energie, Papier und Personal.

dpa