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Handelskrieg verunsichert Anleger,US-Börsen weiter im Sinkflug

Trump erhöht Zölle auf kanadische Importe, Konjunktursorgen belasten Märkte, Tech-Werte unter Druck, Experten warnen vor verfrühten Käufen.

Die Stimmung an der Wall Street leidet unter dem Strafzoll-Chaos.
Foto: Richard Drew/AP/dpa

Die Talfahrt an den US-Börsen setzte sich nach neuen Zolldrohungen von Präsident Donald Trump fort. Der Leitindex Dow Jones fiel um 1,14 Prozent auf 41.433,48 Punkte. Konjunktursorgen prägen weiterhin das Börsenumfeld. Trump sorgte am Dienstag für Unruhe, indem er ankündigte, die Zölle auf alle Stahl- und Aluminiumimporte aus Kanada auf 50 Prozent zu erhöhen. Die Kurse konnten nur kurzzeitig von der Bereitschaft der Ukraine zu einer Waffenruhe im Krieg mit Russland gestützt werden.

Der S&P 500, der breite Marktindex, sank um 0,76 Prozent auf 5.572,07 Punkte. Der Nasdaq 100, dominiert von Tech-Werten, fiel um 0,28 Prozent auf 19.376,96 Punkte. Am Montag war er um 3,8 Prozent gesunken, was der stärkste Rückgang seit dem Jahr 2022 war.

Druck auf Tech-Aktien

Besonders die Technologiewerte, die konjunktur- und zinssensibel sind und 2024 noch die großen Gewinner am Aktienmarkt waren, sind kürzlich stark unter Druck geraten. Die Zollpolitik von Trump trägt auch dazu bei, Ängste vor einer Rezession der weltgrößten Volkswirtschaft zu schüren. Aufgrund seines potenziell inflationären Wirtschaftskurses signalisierte die US-Notenbank bereits im Dezember eine vorsichtige Haltung in Bezug auf die von Anlegern erhofften Zinssenkungen.

Der «Zuckerschock» an den Börsen nach den US-Wahlen im November «hat sich in einen unangenehmen Kater verwandelt, da die politischen Realitäten von Trump 2.0 allmählich deutlich werden», kommentierte Marktbeobachter Benny Adler von der Investmentbank Goldman Sachs. Experten der Bank JPMorgan sehen noch keine Einstiegskurse und warnen vor verfrühten Käufen.

Nachdem die Aktie des Elektroauto-Herstellers Tesla am Montag um mehr als 15 Prozent gefallen war, stieg sie nun um 3,79 Prozent. Als Zeichen der Unterstützung für Tesla-Chef Elon Musk kaufte Trump ein Auto des Konzerns vor dem Weißen Haus.

Zweifel an Verbraucherausgaben

Nun gab es negative Neuigkeiten aus der Luftfahrt- und Konsumbranche. Diese verstärkten die Sorgen über eine deutliche Verlangsamung der Verbraucherausgaben.

Knappe Reisebudgets zwangen die Fluggesellschaft Delta dazu, ihre Umsatzprognose zu kürzen. Die Aktionäre mussten einen Rückgang von 7,3 Prozent hinnehmen. American Airlines hatte vorhergesagt, dass der Verlust im ersten Quartal etwa doppelt so hoch ausfallen würde wie erwartet. Die Papiere fielen um 8,3 Prozent.

Der Sportartikel-Einzelhändler Dick’s Sporting Goods und die Kaufhauskette Kohl’s präsentierten aus Sicht der Börsianer schwache Prognosen im Konsumbereich. Daraufhin sanken die Kurse dieser Unternehmen jeweils um 5,7 Prozent und gut 24 Prozent.

Verizon-Aktien verloren 6,6 Prozent. Der Telekom-Konzern befürchtet im ersten Quartal ein geringeres Wachstum. Kunden haben die zuletzt eingeführten Preiserhöhungen nicht akzeptiert, was die Kündigungsrate erhöht hat.

dpa