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Kurz vor Weihnachten – Warnstreiks im Handel

Der Tarifkonflikt im Handel dauert seit Monaten an. Verdi fordert im Einzelhandel unter anderem mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde.

In Schwerin wird gestreikt.
Foto: Jens Büttner/ZB-REGIO/dpa

In den Tagen vor Weihnachten wird die Gewerkschaft Verdi bundesweit den Einzelhandel mit verschiedenen Aktionen bestreiken. In einigen Bundesländern, wie Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, wurde bereits am Mittwoch in einigen Geschäften die Arbeit niedergelegt.

In Chemnitz, Zwickau und Leipzig wurde von der Gewerkschaft zu einem Arbeitskampf aufgerufen, der die ganze Woche, also von Montag bis einschließlich Samstag, dauern soll. Laut den Ankündigungen stehen vor allem die großen Supermarkt- und Discounterketten sowie H&M, Ikea und Thalia im Fokus.

Es ist geplant, dass in Berlin und Brandenburg bis einschließlich Samstag gestreikt wird. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind Warnstreiks bis Donnerstag angekündigt, jedoch hat die Gewerkschaft ihre Pläne für die darauffolgenden Tage noch nicht bekannt gegeben.

Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft noch unklar

Der Tarifkonflikt im Einzelhandel besteht schon seit einigen Monaten. Verdi verlangt in allen Regionen eine Erhöhung des Stundenlohns um mindestens 2,50 Euro und eine Vertragslaufzeit von einem Jahr. Zusätzlich gibt es je nach Bundesland weitere Forderungen. Ende November trafen sich Vertreter zu einem Spitzengespräch auf Bundesebene, das jedoch letztendlich zu keinen Fortschritten führte.

Letzten Freitag hat der Verdi-Bundesvorstand die Beschäftigten im Handel dazu aufgerufen, zwischen Donnerstag und Samstag Streikaktionen durchzuführen. Die Landesverbände planen nun basierend auf diesem Aufruf sehr unterschiedlich. Die zahlreichen Warnstreiks in den vergangenen Monaten führten normalerweise nicht zu Filialschließungen. Hier und da blieben jedoch Regale in den Geschäften längere Zeit leer. Es bleibt vorerst unklar, welche Auswirkungen die Aktionen an den Tagen direkt vor Weihnachten haben werden.

Verschiedene Aktionen auch in NRW-Städten geplant

Verdi Hessen plant einen Aktionstag in Frankfurt für diesen Freitag (22. Dezember). Mehrere hundert Streikende aus verschiedenen Handelsunternehmen wie Rewe, Ikea und Kaufland sollen sich dann vor dem Gebäude der «Frankfurter Rundschau» versammeln, wo die Belegschaft um einen eigenen Tarifvertrag kämpft. In Niedersachsen und Bremen sind am Samstag Warnstreiks geplant.

Verdi in Nordrhein-Westfalen kündigte an, mit «mehreren tausend Streikenden im Einzelhandel die Vorweihnachtszeit zur Streikzeit» zu machen. Geplant seien unter anderem Aktionen in Bielefeld, Dortmund, Bergisch-Gladbach und Köln. In Bielefeld werde am Donnerstag ein streikender Weihnachts-Grinch mit weiteren Streikenden durch die Innenstadt ziehen. In Dortmund wollen am Freitag Beschäftigte von H&M vor ihrer Filiale Postkarten verteilen. Ebenfalls in Dortmund wollen Amazon-Beschäftigte der Standorte Werne und Dortmund demonstrieren.

dpa