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CES 2024: Chatbots in Auto und Herd – KI braucht mehr Daten

Chatbots wie ChatGPT könnten verändern, wie wir mit der Technik um uns kommunizieren. Auf der CES in Las Vegas sind erste Anzeichen dafür zu erkennen.

Elektronik-Riese LG will Daten aus hunderten Millionen Geräten in Haushalten nutzen, um Software auf der Basis von Künstlicher Intelligenz nützlicher zu machen (Archivbild).
Foto: Fabian Sommer/dpa

Die diesjährige Technik-Messe CES verdeutlicht, dass eine Zukunft bevorsteht, in der Hausgeräte oder Autos in vollständigen Sätzen mit den Nutzern kommunizieren können. Gleichzeitig streben Softwareanbieter mit Künstlicher Intelligenz nach einer ständigen Erweiterung der Datenmenge, um die Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen. Die Unternehmen versichern jedoch, dass die Informationen besonders sicher aufbewahrt werden.

Mein Auto spricht mit mir! Und auch mein Herd!

Volkswagen implementiert den beliebten Chatbot ChatGPT in seine Fahrzeuge. Der Autobauer gab bekannt, dass die Software, die Sätze auf dem sprachlichen Niveau eines Menschen bilden kann, im hauseigenen Sprachassistenten IDA verfügbar sein wird. Auf der CES werden erste Fahrzeuge mit dieser Funktion präsentiert.

Im zweiten Quartal sollen mehrere Serienmodelle ChatGPT integrieren. Das Ziel ist es, die Kommunikation mit dem Auto natürlicher zu gestalten und Volkswagens Sprachassistenz-Software zu erweitern, um bei Fragen zur Bedienung von Fahrzeugsystemen zu helfen. VW wird laut eigenen Angaben der erste Automobilhersteller sein, der ChatGPT in Serienfahrzeugen einsetzt. Konkurrenten prüfen dies ebenfalls.

LG, der Elektronik-Hersteller aus Südkorea, gab auf der CES bekannt, dass Haushaltsgeräte wie beispielsweise Herde den Nutzern anstelle von Benachrichtigungen Hinweise in vollständigen Sätzen geben könnten.

Alles im Haus sammelt Daten für KI

Damit die KI-Software besser die Bedürfnisse der Nutzer trifft, will LG im großen Stil Daten aus hunderten Millionen Geräten in Haushalten nutzen. Während KI-Programme oft mit Daten aus dem Internet optimiert würden, habe LG die «einzigartige Möglichkeit», dafür Informationen aus dem Alltag zu verwenden, sagte Konzernchef William Cho. Dies werde «natürlich» nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer passieren, schränkte er ein.

Cho sagte, dass man anhand der Interaktionen mit verschiedenen Haushaltsgeräten Rückschlüsse auf Verhaltensmuster und die Stimmung von Personen ziehen könne, zum Beispiel durch den Tonfall und den Gesichtsausdruck. Durch solche Daten könne man ein besseres Verständnis dafür bekommen, was Nutzer benötigen und wünschen. Persönliche Daten sollen direkt auf den Geräten im Haushalt verarbeitet und besonders geschützt werden. LG plant, seine Smarthome-Plattform auch für andere Anbieter zugänglich zu machen.

Vor einigen Jahren wurde die Idee eines Fernsehers beim Chip-Riesen Intel, der die Zahl und Stimmung der Personen im Raum mit einer Kamera erkennen und die Programm-Auswahl entsprechend anpassen kann, schnell als Verletzung der Privatsphäre verworfen.

Kleine Roboter rollen durchs Haus

LG und Samsung kam auch der Gedanken, den Menschen im Haushalt einen kleinen Roboter zur Seite zu stellen – der auch Kontext für KI-Assistenten sammeln kann. Der «AI Agent» von LG ist mit Kameras und anderen Sensoren ausgestattet und kann so das Haus erkunden und mit den Bewohnern kommunizieren. Er könne zum Beispiel morgens nötige Medikamente vorbeibringen, die Bewohner bei der Rückkehr ins Zuhause an der Haustür begrüßen und bei Bedarf Notrufdienste verständigen, erläuterte LG. Samsung zeigte nach vier Jahren eine neue Version seines kugeligen Mini-Roboters «Ballie». Er kann dank seiner Kameras helfen, einen 3D-Plan des Zuhauses zu erstellen, der die Bedienung eines vernetzten Zuhauses erleichtern soll. Das Gerät hat jetzt auch einen Projektor, der Bilder und Informationen an der Wand oder der Decke anzeigen kann. Mit Einblendungen auf dem Boden kann «Ballie» auch Haustiere beschäftigen.

Elektroauto fährt selber zum Stecker

Bosch und VW führen einen Test durch, bei dem Elektroautos automatisch zu einer Ladesäule fahren und ihre Batterien aufladen. Anschließend suchen die Fahrzeuge eigenständig einen freien Platz im Parkhaus. Bosch und die Tochtergesellschaft von Volkswagen, Cariad, sehen in dieser Idee eine Lösung für Wartezeiten vor den Säulen. Das System soll außerdem Blockierungsgebühren für Fahrer vermeiden, die ihre Autos nach dem Ladevorgang nicht schnell genug entfernen. Das fahrerlose Laden wird im Entwicklungs-Parkhaus von Bosch in Ludwigsburg getestet. Ein Roboterarm steckt und zieht das Ladekabel aus. Deutsche Unternehmen haben in Las Vegas gezeigt, dass sie führend in Zukunftstechnologien wie autonomem Fahren, digitalen und umweltfreundlichen Mobilitätslösungen und künstlicher Intelligenz sind, sagte Bundesdigital- und -verkehrsminister Volker Wissing.

dpa