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Lilium meldet zum zweiten Mal Insolvenz an

Es schien ein Weihnachtswunder: Ende Dezember wollte ein Investorenkonsortium den Elektroflugzeughersteller Lilium retten. Doch das versprochene Geld kam nie.

Rettung in letzter Minute?
Foto: Daniel Karmann/dpa

Der Elektroflugzeughersteller Lilium hat zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet, nachdem eine Rettung gescheitert ist. Die zugesagten 200 Millionen Euro von einem Investorenkonsortium zur Rettung des Start-up-Unternehmens sind nicht eingegangen, wie das Unternehmen mitteilte.

Versprochenes Geld kam nicht

In der kurzen Mitteilung wurde erwähnt, dass die Finanzierungsoptionen nicht realisiert wurden. Lilium galt als eines der bekanntesten und ehrgeizigsten deutschen Start-ups und war sogar an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet. Über die Jahre hinweg haben Investoren insgesamt 1,5 Milliarden Euro für die Entwicklung eines elektrischen Flugzeugs bereitgestellt. Die Maschine war jedoch nicht serienreif.

Im Herbst musste Lilium erstmals Insolvenz anmelden, da das Geld für den Aufbau der Produktion fehlte. In buchstäblich letzter Minute unterzeichnete das Investorenkonsortium Mobile Uplift Corporation (MUC) dann am 24. Dezember einen Kaufvertrag für das Betriebsvermögen der beiden Lilium-Tochtergesellschaften Lilium GmbH und Lilium eAircraft und kündigte 200 Millionen Euro frisches Geld an.

Nochmaliger Rettungsversuch nicht in Aussicht 

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es trotz fortgesetzter Gespräche nach der zweiten Insolvenz eine zweite Rettung geben könnte, so Lilium. Daher wird der Betrieb nun eingestellt.

Als ein Hauptgeldgeber hatte der slowakische Unternehmer Marian Bocek zugesagt, doch dessen Beitrag kam dem Vernehmen nach nicht. Bocek wollte laut einer früheren Meldung der «Bild»-Zeitung 150 Millionen Euro beisteuern. 

Nicht nur als Lufttaxi gedacht

Die oft als «Lufttaxis» bezeichneten E-Flugzeuge sollten auch für andere Zwecke eingesetzt werden können, unter anderem als Rettungsflieger für medizinische Notfälle. An der nunmehr gescheiterten Rettung waren mehrere – sowohl alte als auch neue – Investoren beteiligt, die allerdings nicht alle namentlich bekannt waren. 

Zu den Beteiligten gehörten neben Bocek auch der deutsche Batterieentwickler und -hersteller CustomCells, der Risikokapitalfonds Earlybird und die Finanzbeteiligungsberatung GenCap. Der slowakische Unternehmer Bocek ist in der Elektroszene ein bekannter Name, da er in seiner Heimat den Akku-Hersteller InoBat gegründet hat.

dpa