Vor Weihnachten arbeiten sie im Akkord – doch das machen die Löhne der Beschäftigten im Versandhandel nicht wett. Ihr Einkommen liegt weiterhin unter dem Schnitt – das ergab eine Anfrage im Bundestag.
Löhne im Versandhandel im Vergleich deutlich niedriger

Obwohl die Umsätze im Internet- und Versandeinzelhandel stark gestiegen sind, verdienen die Beschäftigten deutlich schlechter als in anderen Branchen. Das mittlere Bruttomonatseinkommen (Median) von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten lag im Jahr 2022 bei 2952 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Partei Die Linke im Bundestag hervor. Zuvor hatte der «Spiegel» darüber berichtet.
Laut der Statistik erhielten knapp 30 Prozent der Beschäftigten im Internet- und Versandeinzelhandel einen Lohn, der sogar unterhalb der Niedriglohnschwelle von 2501 Euro brutto im Monat lag. Das bedeutet, dass sie weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttomonatseinkommens aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten verdienen.
Die Arbeitskräfte in der Gesamtwirtschaft verdienen in allen Branchen deutlich mehr. Im Jahr 2022 betrug das Median-Einkommen brutto 3646 Euro pro Monat. Lediglich jeder Sechste arbeitete im Niedriglohnbereich.
Um etwa 8 Prozent gestiegen
Das Medianeinkommen im Internet- und Versandeinzelhandel ist laut Bundesarbeitsministerium zwischen 2018 und 2021 um etwa acht Prozent gestiegen. Die Umsätze stiegen laut Statistischem Bundesamt jedoch viel stärker von knapp 70,5 auf 120 Milliarden Euro.
«Der Internet- und Versandhandel boomt und gerade zur Weihnachtszeit schuften die Beschäftigten im Akkord, um den unzähligen Bestellungen hinterherzukommen. Doch während die Unternehmer sich eine goldene Nase verdienen, kommt von den Rekordumsätzen im Geldbeutel der Beschäftigten kaum etwas an», sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl. Sie fordert eine stärkere Tarifbindung und eine Erhöhung des Mindestlohns auf 14 Euro je Stunde.








