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Lokführer und Bahn bereiten sich auf nächsten Streik vor

Für Bahn-Fahrgäste wird es erneut eine stressige Woche: Drei Tage lang will die Lokführergewerkschaft GDL streiken und den Bahnverkehr in Deutschland stark einschränken.

Drei Tage lang will die Lokführergewerkschaft GDL streiken und den Bahnverkehr in Deutschland stark einschränken. Es ist der dritte und längste Ausstand im laufenden Tarifkonflikt mit der Bahn.
Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Die Gewerkschaft der Lokführer, GDL, plant am Dienstagabend (18 Uhr) einen dreitägigen Streik im Güterverkehr bei der Deutschen Bahn zu beginnen. Versuche der Bahn und des ebenfalls betroffenen Wettbewerbers Transdev, den Streik gerichtlich zu stoppen, sind zunächst vor dem Arbeitsgericht Frankfurt gescheitert. Die Bahn hat Berufung eingelegt und das Landesarbeitsgericht Hessen wird nun in zweiter Instanz darüber entscheiden.

Der Streik im Personenverkehr wird am Mittwochmorgen um 2 Uhr beginnen und wie im Güterverkehr bis Freitagabend, 18 Uhr, fortgesetzt. Es handelt sich um den dritten und längsten Arbeitskampf im laufenden Tarifkonflikt zwischen den Unternehmen und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Er wird voraussichtlich erneut weite Teile des Fern- und Regionalverkehrs in Deutschland lahmlegen und die Fahrgäste dazu zwingen, geplante Reisen neu zu organisieren.

Die Deutsche Bahn (DB) geht davon aus, dass der Lokführerstreik in dieser Woche Millionen Kundinnen und Kunden trifft. Erneut will sie einen Notfahrplan mit stark eingeschränktem Angebot anbieten. «Für diese Fahrten setzt die DB längere Züge mit mehr Sitzplätzen ein, um möglichst viele Menschen an ihr Ziel bringen zu können. Dennoch kann eine Mitfahrt nicht garantiert werden», teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit.

Forderung der GDL: Wochenarbeitszeit senken

Die GDL möchte durch den Arbeitskampf die Deutsche Bahn dazu bringen, Verhandlungen über eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter zu führen. Die Gewerkschaft fordert eine Wochenarbeitszeit von 35 Stunden anstelle der bisherigen 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich für diese Beschäftigten. Die Bahn hält diese Forderung für nicht erfüllbar. Sie ist lediglich bereit, mit der Gewerkschaft über die Erweiterung bereits bestehender Arbeitszeit-Wahlmodelle zu sprechen.

Claus Weselsky, der Vorsitzende der Gewerkschaft, widerspricht dem und verweist auf bereits vereinbarte Vereinbarungen mit den kleineren Eisenbahnunternehmen Netinera und Go Ahead. Dort hatte die GDL in den letzten Wochen die geforderte Reduzierung der Arbeitszeit durchgesetzt. Die noch ausstehenden Vereinbarungen sollen nach diesem Muster gestaltet werden.

In Bezug auf den aktuellen Tarifstreit hat die GDL bereits zwei Mal zu Warnstreiks aufgerufen, die jedoch im Personenverkehr höchstens 24 Stunden andauerten. Im Dezember ließ die Gewerkschaft ihre Mitglieder per Urabstimmung über unbefristete Streiks abstimmen. Etwa 97 Prozent der Teilnehmer sprachen sich dafür aus. Seitdem sind längere Streiks möglich.

dpa