Die Lufthansa plant für Sommer 2026 die Streichung von 20.000 Flügen aufgrund der Schließung ihrer Regionaltochter Cityline. Diese Maßnahme könnte Teil einer umfassenden Reduzierung des Kurzstreckennetzes bis 2028 sein, um den gestiegenen Kerosinkosten und Streiks zu begegnen.
Lufthansa informiert über geplante Anpassungen im Kurzstreckennetz bis 2028

Im Sommer 2026 plant die Lufthansa die Streichung von 20.000 Flügen, was die Schließung ihrer Regionaltochter Cityline zur Folge hat. Diese Entscheidung könnte jedoch nur der erste Schritt in einer weitreichenden Reduzierung des Kurzstreckennetzes bis zum Jahr 2028 sein.
Die Schließung von Cityline ist eine Reaktion auf die stark gestiegenen Kerosinkosten sowie die Auswirkungen anhaltender Streiks, die die finanziellen Erwartungen des Unternehmens stark belastet haben. Bereits im April 2026 hatte die Lufthansa unprofitable Kurzstreckenflüge gestrichen, was im Rahmen eines Tarifstreits mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit geschah, der sich um die betriebliche Altersvorsorge drehte.
Dieter Vranckx, Chief Commercial Officer der Lufthansa, kündigte an, dass die Kapazitätsreduzierungen auf der Kurzstrecke fortgeführt werden, sofern dies wirtschaftlich erforderlich ist. Er hob hervor, dass die Verbindungsqualität im Netzwerk für die Kunden immer auf einem hohen Niveau gehalten werden muss. Zudem äußerte Vranckx, dass die Konsolidierung im Kontinentalverkehr bis spätestens 2028 abgeschlossen sein solle, spezifische Details zur weiteren Netzverkleinerung nannte er jedoch nicht.
Die Lufthansa ist an mehreren zentralen Drehkreuzen präsent, darunter Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom. Vranckx wies darauf hin, dass die Vielzahl an Netzwerk-Airlines und deren Drehkreuze Ineffizienzen mit sich bringen, da mehrere Airlines häufig dieselben Ziele bedienen. Dies führt zu Überschneidungen in den Einzugsgebieten.
Die finanziellen Herausforderungen, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist, sind erheblich. Finanzchef Till Streichert berichtete, dass die Gewinnerwartungen aufgrund der steigenden Kerosinkosten und der Streiks voraussichtlich unter den ursprünglichen Planungen liegen werden. Für das laufende Jahr wird die Kerosinrechnung auf 8,9 Milliarden Euro geschätzt, was 1,7 Milliarden Euro über den anfänglichen Erwartungen liegt. Darüber hinaus haben die Arbeitskämpfe bis April 2026 einen geschätzten Schaden von etwa 200 Millionen Euro verursacht.
Trotz dieser Widrigkeiten hält die Lufthansa an ihrer Prognose fest, im Tagesgeschäft den Vorjahreswert von knapp zwei Milliarden Euro um mindestens 10 Prozent zu übertreffen. Streichert gestand jedoch ein, dass die momentanen Umstände den zuvor eingeplanten Puffer weitgehend aufgezehrt haben.
Das Unternehmen strebt eine bereinigte Ergebnismarge von 8 bis 10 Prozent an, von der es derzeit noch weit entfernt ist. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine effiziente Netzstruktur notwendig, die zugleich ein optimales Flugangebot für die Kunden bereitstellt. Vranckx betonte, dass trotz der geplanten Kürzungen die Anbindung an bedeutende Wirtschaftsregionen in Deutschland weiterhin gewährleistet sein soll. Dies gestaltet sich jedoch aufgrund der hohen Standortkosten in Deutschland nicht immer als einfach.
Quellen: n-tv, airliners








