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Marketing-Experte zur Zukunft von Galeria: Fehlende Notwendigkeit und Perspektiven.

Ein Marketing-Experte äußert sich pessimistisch über die Zukunft von Galeria und sieht die Kaufhauskette aufgrund fehlender Kundenbindung und unzureichendem Konzept als entbehrlich an. Die 12.000 Beschäftigten stehen vor unsicheren Zeiten.

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Trauerspiel für Beschäftigte: Marketing-Experte:
Thelooniest via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Die Warenhauskette Galeria sieht sich mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert und hat bereits drei Insolvenzen in kurzer Zeit durchlebt. Ein Marketing-Experte äußert sich pessimistisch über die Zukunft des Unternehmens und betont, dass die Kunden offenbar kein Interesse mehr an Galeria haben. Die Mitarbeiter hingegen stehen vor ungewissen Zeiten.

Martin Fassnacht, Professor für Strategie und Marketing an der WHU in Düsseldorf, äußerte sich kritisch zur Lage von Galeria: „Ich bin sehr pessimistisch. Die Frage ist doch: Wer würde Galeria vermissen? Auf Kundenseite fast niemand“, erklärte er. „Ich bedaure, das zu sagen, aber Galeria wird nicht mehr gebraucht.“ Diese Einschätzung stellt die Existenz der Warenhauskette in Frage und lässt die 12.000 Beschäftigten besorgt um ihre Zukunft zurück.

Fassnacht bezeichnete die Situation als „Trauerspiel“ und wies darauf hin, dass die Mitarbeiter nach den wiederholten Insolvenzen erneut nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten suchen müssen. Er ist skeptisch, ob Galeria die Wende schaffen kann: „Wenn die Sehnsucht so groß wäre, würden doch viel mehr Menschen dort einkaufen. Dann wäre das Unternehmen nicht schon wieder in Schwierigkeiten.“

Gründe für die Schwierigkeiten von Galeria

Der Marketing-Experte nennt mehrere Faktoren, die zur aktuellen Krise von Galeria beitragen. Zum einen fehle es der Kette an einem klaren Konzept. Zudem verlagere sich der Einkauf zunehmend ins Internet, wo viele Produkte, die auch bei Galeria erhältlich sind, angeboten werden.

Fassnacht führt erfolgreiche Geschäftsmodelle im stationären Einzelhandel an, die als Vorbilder dienen könnten. So nannte er die Unternehmen Action und Müller, die beide über ein klares Konzept und Wettbewerbsvorteile verfügen. Müller wird als „Drogerie mit Warenhaus-Charakter“ beschrieben, die ein breites Zusatzsortiment anbietet, während Action durch Schnäppchen und Entdeckungsreize Kunden anzieht.

Finanzielle Lage und Mietzahlungen

In der jüngsten Vergangenheit hat Galeria zahlreiche Vermieter um Stundung der Mietzahlungen gebeten. Das Unternehmen begründet dies mit Liquiditätsschwankungen und hat zudem einen neuen Kredit von seinem Minderheitsgesellschafter Bain Capital erhalten. Einige Vermieter berichten, dass Mietzahlungen in letzter Zeit ausgeblieben sind.

Der Sanierungsexperte Manfred Hunkemöller äußerte sich zu den Stundungsanfragen und bezeichnete diese als „keine normale kaufmännische Routine“. Er geht davon aus, dass derzeit der Jahresabschluss bei Galeria erstellt wird und Wirtschaftsprüfer einen Nachweis erwarten, dass das Unternehmen auch in den kommenden zwölf Monaten seine Verbindlichkeiten bedienen kann.

Hunkemöller, der Honorarprofessor für Sanierungs- und Insolvenzmanagement an der International School of Management in Dortmund ist, erklärte weiter: „Da Vermieter zu den größten Gläubigern eines Warenhauses zählen, kann eine Stundung genügen, um eine sonst möglicherweise bestehende, offene Lücke zu schließen.“ Den neuen Kredit bezeichnete er als „Tropfen auf den heißen Stein“.

Ausblick auf die Zukunft von Galeria

Bereits im März hatte Galeria angekündigt, mittelfristig auslaufende Mietverträge an acht Standorten neu verhandeln zu wollen. Das Unternehmen räumte ein, dass weitere Filialschließungen nicht ausgeschlossen sind. Aktuell betreibt Galeria 83 Filialen, nachdem die Kette Anfang 2024 erneut Insolvenz anmelden musste und daraufhin neun Häuser schließen musste.

Die Zukunft von Galeria bleibt somit ungewiss, während die Herausforderungen im Einzelhandel und das veränderte Kaufverhalten der Verbraucher die Kette weiter unter Druck setzen.

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Bildquelle: Thelooniest via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

TS