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Deutsche Industrie: Materialversorgung verbessert sich deutlich

Die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie hat sich insgesamt verbessert. Die Lieferketten müssen aber weiterhin aufmerksam beobachtet werden.

Die deutsche Industrie klagt sehr viel seltener über Materialmangel. (Archivbild)
Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Laut einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts im Dezember hat sich die Versorgung der deutschen Industrie mit Material und Teilen deutlich verbessert. Nur noch 7,5 Prozent der Unternehmen klagten zuletzt über Beschaffungsschwierigkeiten, was einem Rückgang um 3,7 Punkte im Vergleich zum November entspricht.

«Die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie hat sich insgesamt verbessert», sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Gleichzeitig warnt er aber: «Die Lieferketten müssen aber weiterhin aufmerksam beobachtet werden.» Er hoffe aber, dass die Industrie aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt habe und besser vorbereitet sei.

Der aktuelle Wert von 7,5 Prozent kann je nach Betrachtungsweise eingeordnet werden. Laut Wohlrabe liegt der langjährige Durchschnitt seit 1991 bei rund 15 Prozent, was deutlich höher ist. Allerdings zeigen sich in diesem Durchschnittswert die Auswirkungen der Krisen der letzten fünf Jahre deutlich. Vor Corona lag der Wert in den Jahrzehnten im Schnitt bei 5,2 Prozent, also deutlich niedriger.

Große Entspannung in der Autoindustrie 

Die Lage in der Autoindustrie hat sich außergewöhnlich stark entspannt. Der Anteil der Unternehmen mit Problemen sank von 27,6 im November auf nur noch 5,6. Es ist zu bemerken, dass der Konflikt um den wichtigen Chiphersteller Nexperia sich etwas entspannt hat.

Nexperia hat seinen europäischen Hauptsitz in Nimwegen, Niederlande. Medienberichten zufolge könnte der chinesische Eigentümer technologisches Wissen und Produktionskapazitäten nach China verlagern. Aufgrund dessen hat das niederländische Wirtschaftsministerium im vergangenen Herbst in die Unternehmensführung eingegriffen. Als Reaktion darauf stoppte China den Export von Nexperia-Chips. Obwohl das Exportverbot mittlerweile gelockert wurde, ist der Konflikt noch nicht vollständig gelöst.

Die Lage für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen ist „deutlich schlechter als für die Autoindustrie“, da 12,2 Prozent über Mangel klagen. Dennoch hat sich die Situation auch hier verbessert. In der Chemischen Industrie und im Maschinenbau sind mit 7,1 und 6,7 Prozent etwas weniger Betriebe betroffen als im Durchschnitt.

dpa