China ist ein Schlüsselmarkt für Tesla, der auf wachsende Konkurrenz stößt. Neue Version des Assistenzsystems soll Ampel-Signale und Vorfahrtsregeln beachten.
Tesla-Gründer Elon Musk erreicht wichtige Zusagen für «Autopilot» in China

Tesla-Gründer Elon Musk hat bei seinem Blitzbesuch in China laut Medienberichten wichtige Zusagen für die Einführung der fortgeschrittenen Version des Assistenzsystems «Autopilot» erreicht. Tesla ging dafür einen Navigations- und Kartendeal mit dem chinesischen Online-Giganten Baidu ein, schrieben am Montag der Finanzdienst Bloomberg und das «Wall Street Journal». Die chinesischen Behörden hätten daraufhin grundsätzlich grünes Licht für den Start der neuen «Autopilot»-Version in dem Land gegeben, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.
China ist einer der wichtigsten Märkte für Tesla. Der Elektroauto-Vorreiter trifft in dem Land jedoch auf immer mehr Konkurrenz von einheimischen Marken. Im Schlussquartal 2023 überholte der Hersteller BYD Tesla sogar bei den weltweiten Auslieferungen. Dabei trumpfen die Rivalen auch mit Fahrassistenz-Funktionen auf, während Tesla Zügel angelegt waren.
Die neue «Autopilot»-Version mit der Bezeichnung «Full Self-Driving» (komplett selbstfahrend) soll unter anderem auch Ampel-Signale und Vorfahrtsregeln beachten. Tesla betont zugleich, dass die Software – entgegen ihrem Namen – das Auto bisher weiterhin nicht zu einem autonomen Fahrzeug macht und der Fahrer stets zum Eingreifen bereit sein soll.
Musk traf Chinas Premier Li Qiang am Sonntag in Peking zu Gesprächen. Li war seinerzeit Parteichef in Shanghai als Tesla dort sein großes China-Werk ansiedelte. Wie das Staatsfernsehen CCTV berichtete, nannte Teslas Entwicklung in China ein «erfolgreiches Beispiel für die chinesisch-amerikanische Wirtschafts- und Handelskooperation». Musk wiederum pries die «harte Arbeit» seines chinesischen Teams in Shanghai, welche die dortige Tesla-Fabrik zur leistungsstärksten des Unternehmens mache.
Der zweitwichtigste Absatzmarkt
Der 52-Jährige landete am Sonntag überraschend mit seinem Privatflugzeug in Peking. Medienberichten zufolge wird bei Musks Besuch auch über Fragen des Datentransfers gesprochen. Der Unternehmer strebt an, für Tesla die Erlaubnis zu erhalten, Daten, die im Rahmen des autonomen Fahrens in China erhoben werden, auch in den USA zu speichern.
Tesla betrachtet die Volksrepublik China als den zweitwichtigsten Absatzmarkt der Welt. Das Werk in Shanghai ist die größte Tesla-Fabrik. Allerdings kämpft das Unternehmen derzeit mit einem Abschwung auf dem E-Automarkt und dem harten Preiswettbewerb in China. Im ersten Quartal lieferte Tesla weltweit überraschend weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahr, insgesamt fast 387.000 Autos. Der Wegfall der Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland wirkt sich negativ auf den Absatz von Batterie-Pkw aus. Tesla plant nun, mehr als zehn Prozent seiner Arbeitsplätze weltweit abzubauen.
Vor etwas mehr als einer Woche hatte Musk ein geplantes Treffen mit dem indischen Präsidenten Narendra Modi verschoben. Der 52-Jährige erklärte damals seine kurzfristige Absage mit Termingründen.








