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Europäische Patentanmeldungen steigen auf fast 200.000 im Jahr 2023

Die USA führen, gefolgt von Deutschland, Japan, China und Südkorea. Huawei dominiert die Rangliste der Unternehmen.

Vor allem aus China und Südkorea gab es im vergangenen Jahr deutlich mehr Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt.
Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Anzahl der Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) stieg im letzten Jahr um fast drei Prozent auf 199.275 neue Erfindungen. Laut dem EPA in München war die Nachfrage nach Schutzrechten für digitale Kommunikation, elektrische Maschinen und Energietechnik der Haupttreiber des Wachstums. Besonders aus Südkorea und China gab es deutlich mehr Anmeldungen.

An der Spitze liegen nach wie vor die USA mit etwa 48.200 Anmeldungen. Deutschland folgt mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent auf fast 25.000 Anmeldungen, gefolgt von Japan (ca. 21.500), China (20.700), Südkorea (12.600), Frankreich (10.800) und der Schweiz (9400). Die meisten deutschen Patentanmeldungen betrafen Erfindungen in den Bereichen Elektrische Maschinen/Geräte/Energie, Transport und Fahrzeugtechnik sowie Messtechnik mit Sensoren, die für die Industrie-Digitalisierung wichtig sind.

Die Rangliste der Unternehmen bei den EPA-Patentanmeldungen wird wie im Vorjahr von dem chinesischen IT- und Telekommunikationskonzern Huawei angeführt, mit über 5000 Einreichungen. Anschließend folgen die südkoreanischen Tech-Unternehmen Samsung und LG, der US-Halbleiterhersteller Qualcomm, der schwedische Mobilfunknetzausrüster Ericsson, der Münchner Technologiekonzern Siemens, der US-Rüstungs- und Elektronikkonzern Raytheon und der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen. Zu den Top-Anmeldern gehören auch die Firma Robert Bosch auf Rang 12 bei Erfindungen in der Batterietechnik und die Fraunhofer-Gesellschaft unter den Top 25 in der Computertechnik.

Bayern an der Spitze

Unter den deutschen Bundesländern bleibt Bayern auch 2023 an der Spitze; Baden-Württemberg überholt Nordrhein-Westfalen und rückt auf Platz zwei vor. «Auf diese drei Bundesländer entfallen beinahe 70 Prozent aller deutschen Patentanmeldungen beim EPA.» Aus München kamen vergangenes Jahr 3441 Patentanmeldungen, die bayerische Landeshauptstadt belegt damit europaweit Platz eins und weltweit Platz sechs. Auch Ludwigshafen am Rhein (1259 Patentanmeldungen) und Stuttgart (1133) sind in beiden Ranglisten auf vorderen Plätzen.

Inzwischen wird fast jede vierte Patentanmeldung in Europa von Kleinfirmen mit weniger als 250 Beschäftigten eingereicht. EPA-Präsident António Campinos sagte: «Ihr Anteil an den Anmeldungen erreichte im vergangenen Jahr den bisher höchsten Stand.» Sie profitierten von dem neugeschaffenen Einheitspatent, das Erfindungen EU-weit einfach und kostengünstig schütze. Seit dem Start des Einheitspatents im Juni 2023 bis Jahresende seien 22 Prozent der erteilten Patente Einheitspatente gewesen. «Es hat die Rahmenbedingungen für Innovation in Europa erheblich verbessert», sagte Campinos.

Der Anteil von Erfinderinnen ist weiterhin gering. In nur 27 Prozent aller Patentanmeldungen aus Europa wurde mindestens eine Frau als Erfinderin benannt. In Deutschland waren es 22 Prozent. In den einzelnen Technologiefeldern reichte der Anteil der Erfinderinnen von 14 Prozent im Maschinenbau bis zu 50 Prozent bei Chemie.

dpa