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Arbeitsmarkt in der Krise: Beschäftigungsbarometer auf Tiefstand

Unternehmen planen vermehrt Personalabbau, Industrie und Handel besonders betroffen. Negativer Saldo in allen Wirtschaftszweigen, kontinuierlicher Rückgang im Gegensatz zum Vorjahr.

Ein Bauarbeiter in der Morgendämmerung. Laut Ifo-Beschäftigungsbarometer wollen viele Unternehmen Personal abbauen, in der Baubranche zeichnet sich jedoch keine größere Entlassungswelle ab.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Auswirkungen der anhaltenden Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt werden stärker. Das monatliche Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts ist ein weiteres Mal gesunken. In diesem Monat liegt der Indexwert bei 92,4 Punkten, nach 93,3 Punkten im November. «Immer weniger Unternehmen bauen Personal auf», sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. «Dafür steigt der Anteil der Betriebe, die Arbeitsplätze abbauen wollen.» Stellen abbauen wollen demnach vor allem die Industrie und der Handel. 

Derzeit befindet sich das Beschäftigungsbarometer auf dem gleichen niedrigen Niveau wie im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie. Im Gegensatz zum Beginn der Pandemie handelt es sich jedoch in diesem Jahr nicht um einen plötzlichen Absturz, sondern um einen nahezu kontinuierlichen Rückgang.

Abfrage bei 9.500 Unternehmen, kein Wirtschaftszweig positiv

Die Wirtschaftsforscher befragen jeden Monat rund 9.500 Unternehmen aus den vier großen Wirtschaftszweigen nach ihren Beschäftigungsplänen, darunter Industrie und Handel sowie Baubranche und Dienstleistungen. Das Institut berechnet auch den Saldo der Beschäftigungspläne für jeden Wirtschaftszweig: Wenn mehr Unternehmen Personal abbauen als einstellen wollen, ist der Saldo negativ. Je größer der Anteil der Unternehmen, die ihre Belegschaft reduzieren möchten, desto größer ist das Minus. Derzeit ist der Saldo in allen vier Wirtschaftszweigen negativ.

Im Dezember fiel die Industrie von minus 19,8 im Vormonat auf minus 22,8 Punkte, während der Handel von minus 16,4 auf minus 16,6 Punkte sank. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Unternehmen, die Personalabbau planen, bei Dienstleistern und Baufirmen mit minus 2,4 bzw. minus 1,6 Punkten deutlich geringer. Laut dem Ifo-Institut ist trotz der schlechten Auftragslage auf dem Bau keine größere Entlassungswelle zu erwarten.

Zu Beginn der Woche veröffentlichte das Ifo-Institut das Geschäftsklima für den Dezember, was zeigt, dass der Pessimismus in der deutschen Wirtschaft weiter gestiegen ist.

dpa