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Anstieg von Beschwerden über unerlaubte Telefonanrufe im zweiten Jahr in Folge

Die Bundesnetzagentur verzeichnete 39.842 schriftliche Beschwerden im letzten Jahr, ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2024.

Manchmal klingelt das Telefon und jemand von einer Werbehotline ist dran - das geht vielen Bundesbürgern auf die Nerven. (Symbolbild)
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Beschwerden über unerlaubte Telefonanrufe sind das zweite Jahr in Folge gestiegen, ob es sich um Gewinnspiele, Energieverträge oder sinnvolle Bauprodukte handelt.

Im letzten Jahr gingen 39.842 schriftliche Eingaben ein, was 2.281 mehr sind als 2024, wie die Bundesnetzagentur auf Anfrage mitteilte. Dies entsprach einem Plus von sechs Prozent, während die Zunahme im Jahr 2024 bei acht Prozent lag. Verglichen mit dem bisherigen Rekordjahr 2021, in dem die Aufsichtsbehörde 79.702 Beschwerden verzeichnete, ist der aktuelle Jahreswert noch moderat.

Etwa 20% der Beschwerden betrafen Gewinnspiele, die telefonisch beworben wurden. Etwa 10% bezogen sich auf Dienstleistungen, 11% auf einen Strom- oder Gasvertrag und 12% auf Bauprodukte.

Manchmal ging es auch um Photovoltaikanlagen, dies jedoch nicht mehr so oft wie 2024. Der Rückgang in diesem Bereich wird von der Bundesnetzagentur mit einer abschreckenden Wirkung erklärt: „Man habe verstärkt Bußgelder gegen unseriöse Vermarkter von Solaranlagen festgesetzt.“ Daher seien die Unternehmen wohl vorsichtiger vorgegangen, so die Behörde.

Vorherige Einwilligung ist bei Werbeanrufen Pflicht

Werbeanrufe dürfen in Deutschland nur durchgeführt werden, wenn die Angerufenen zuvor zugestimmt haben. Diese Zustimmung kann später zurückgezogen werden – selbst wenn das Telefon trotzdem klingelt, stellt dies einen Rechtsverstoß dar. Beschwerden können unter www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde eingereicht werden.

Die halbseidenen Werbefirmen wurden im letzten Jahr von der Bonner Aufsichtsbehörde zu Bußgeldern in Höhe von insgesamt 1,1 Millionen Euro verurteilt; das waren etwa 0,3 Millionen Euro weniger als 2024. Zum ersten Mal ahndete die Behörde auch Verstöße gegen die seit 2021 geltende Vorschrift, Werbeeinwilligungen zu dokumentieren und aufzubewahren.

«Unerlaubte Werbeanrufe schaden Verbraucherinnen und Verbrauchern massiv und sind zugleich ein ernstes Problem für den Wettbewerb in den betroffenen Branchen», sagte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. «Wir gehen weiter mit Nachdruck gegen Unternehmen vor, die unerlaubte Telefonwerbung betreiben.»

dpa