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Mehrheit sieht bei Gas Sparanreiz trotz Steuersenkung

Wirken Entlastungsmaßnahmen wie die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Erdgas am Ende gar kontraproduktiv beim Versuch weniger zu verbrauchen? Die Mehrheit hat dazu eine eindeutige Meinung.

Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Kiel führt an den Leitungen des Gasspeichers der Stadtwerke Messungen durch.
Foto: Axel Heimken/dpa

Eine große Mehrheit der Bundesbürger erwartet durch die Mehrwertsteuersenkung auf Erdgas keine negative Wirkung auf die Bemühungen, weniger Gas zu verbrauchen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 63 Prozent der Befragten an, sie glaubten nicht, dass mit der Steuersenkung der Anreiz zum Gassparen verringert werde. 24 Prozent hingegen erwarten einen solchen Effekt. 14 Prozent machten keine Angabe, die Summe von 101 Prozent kommt durch Rundungen zustande. Yougov veröffentlichte am Montag das Ergebnis der Befragung vom Wochenende.

Mit der Gasumlage in Höhe von rund 2,4 Cent je Kilowattstunde können ab Oktober wegen der Drosselung russischer Lieferungen deutlich erhöhte Beschaffungskosten an die Verbraucher weitergeben werden. Mit zwei weiteren Umlagen für die Netzsteuerung (Regelenergie) und die Gasspeicher sind es insgesamt 3,26 Cent pro Kilowattstunde, inklusive 7 Prozent Mehrwertsteuer.

Als Entlastung vorgesehen ist eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Erdgas von 19 auf 7 Prozent. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Steuersenkung am Donnerstag vergangener Woche angekündigt. Bundestag und Bundesrat müssen sie noch beschließen.

Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, hatte den geplanten Schritt am Wochenende als falsch bezeichnet. Damit werde der Gaspreis gesenkt und so «die dringend notwendige Einsparung von Gas konterkariert»», sagte Edenhofer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sinnvoller seien Direktzahlungen an Menschen mit kleinen Einkommen.

dpa