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Menschen in Deutschland trinken weniger Saft

Der Konsum ist im vergangenen Jahr pro Kopf um zwei Liter zurückgegangen. Das hat mehrere Gründe. Bei der beliebtesten Saftsorte in Deutschland ist die Nachfrage deutlich rückläufig.

Apfelsaft wird abgefüllt. Zahlen des Statistischen Bundesamt zeigen: Orangensaft und ähnliche Säfte waren 2023 gut 30 Prozent teurer als im Jahr 2020.
Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Menschen in Deutschland trinken weniger Fruchtsaft und -nektar. Der Pro-Kopf-Konsum lag 2023 bei 26 Litern und damit 2 Liter niedriger als im Vorjahr. Das teilte der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) am Donnerstag mit. «Der Grund dafür sind die gestiegenen Preise. Es liegt aber auch daran, dass die jüngere Generation heute weniger Säfte und Schorlen trinkt», sagte Geschäftsführer Klaus Heitlinger der Deutschen Presse-Agentur. 

Ein beträchtlicher Teil des Rückgangs betrifft daher Orangensaft. Die Nachfrage ist merklich gesunken, während die von Apfel- und Multivitaminsaft etwa gleich geblieben ist. Orangensaft bleibt mit 6,8 Litern pro Kopf weiterhin der beliebteste Fruchtsaft, gefolgt von Apfelsaft (5,1) und Multivitaminsaft (4).

Säfte sind deutlich teurer geworden

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Orangensaft und ähnliche Säfte im Jahr 2023 gut 30 Prozent teurer waren als im Jahr 2020. Der Branchenverband geht davon aus, dass die Preise weiter steigen werden, insbesondere für Orangensaft. Heitlinger sagte, dass der Handel die höheren Kosten an die Kunden weitergeben müsse. Unter zwei Euro pro Liter könne der Saft im Geschäft nicht mehr kostendeckend verkauft werden.

Im letzten Jahr erzielten die deutschen Fruchtsafthersteller einen Umsatz von 3,35 Milliarden Euro und konnten damit leicht wachsen. Trotzdem hat die Branche seit geraumer Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Aufgrund des Wetters schwankten die Ernteerträge in letzter Zeit stark, bei einigen Obstsorten kam es sogar zu Totalausfällen. Dies führte zu steigenden Rohstoffkosten für die Hersteller und höheren Preisen für Verbraucher.

Eine schlechte Ernte deutet sich an

Auch die Prognosen für die diesjährige Erntesaison sind düster. In Brasilien, dem größten Orangensaftproduzenten der Welt, wird ein Rückgang der Ernte um etwa 25 Prozent erwartet. Die jährliche Produktion würde somit um etwa 1,7 Milliarden Liter sinken. Auch in anderen Lieferländern wie den USA und Spanien wurde zuletzt deutlich weniger produziert. Probleme traten auch bei Apfelsaft auf. Aufgrund geringer Erntemengen wurde 2023 die niedrigste Saftmenge seit zehn Jahren gepresst.

dpa