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Mercedes-Benz: Millionen-Vergleich im Diesel-Streit

Mercedes-Benz will in den USA den Streit um angeblich zu hohe Abgaswerte bei Dieselautos mit einer Millionen-Zahlung endgültig beilegen. Was das für die Verfahren und betroffene Fahrzeuge bedeutet.

Mercedes-Benz will das Kapitel im Diesel-Skandal in den USA endgültig beenden. (Foto-Archiv)
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Mercedes-Benz möchte den Streit um angebliche Abgasverstöße in den USA mit einer Zahlung von umgerechnet etwas mehr als 102 Millionen Euro endgültig beenden. Ein Sprecher des Autobauers in Stuttgart teilte mit, dass Vergleiche mit US-Bundesstaaten geschlossen wurden, die noch von den zuständigen Gerichten abgesegnet werden müssen. In der Vergangenheit wurden der Mercedes-Benz Group und seiner US-Tochter überhöhte Abgaswerte bei rund 250.000 Dieselfahrzeugen vorgeworfen.

In der Vergangenheit wurden für die aktuellen Vergleiche bereits entsprechende Rückstellungen in der Bilanz gebildet. Mit den nun erzielten Vereinbarungen macht Mercedes-Benz einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Rechtssicherheit im Zusammenhang mit verschiedenen Diesel-Verfahren, wie ein Sprecher weiter mitteilte. «Das Unternehmen schließt damit die wesentlichen noch offenen Rechtsverfahren im Zusammenhang mit Diesel-Emissionen in den USA ab.» Durch die Vergleiche werden langwierige und kostenintensive Auseinandersetzungen vor Gericht vermieden. Es wurde uneingeschränkt mit den Generalstaatsanwaltschaften der Bundesstaaten zusammengearbeitet.

Mercedes-Benz kostet der Diesel-Skandal Milliarden in den USA

Seit 2016 wurde Daimler von der US-Justiz wegen angeblich manipulierter Messwerte des Schadstoffs Stickoxid untersucht. Der Konzern hat jedoch stets bestritten, gezielte Manipulationen der Abgastechnik mit einer Schummelsoftware wie bei Volkswagen (VW) durchgeführt zu haben.

Im Gegensatz zu Volkswagen, die 2015 unter Druck der US-Behörden einen groß angelegten Abgasbetrug eingestanden hatten, hat Mercedes-Benz weder in den bisherigen Vergleichen noch in der aktuellen Vereinbarung ein Schuldeingeständnis abgegeben und musste auch keine Fahrzeuge von Kunden zurückkaufen oder sich einem Aufpasser der US-Behörden unterwerfen. Stattdessen musste Mercedes-Benz ähnlich wie in Europa die Fahrzeuge durch ein Software-Update verbessern.

Gemäß einer vorherigen Vereinbarung hatte Mercedes-Benz bereits mehr als 85 Prozent der Autos und Transporter mit der neuen Software aktualisiert, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das Unternehmen teilte mit, dass das Ziel eines neuen Anreizprogramms darin bestehe, über die im Vergleich zu 2020 vereinbarte Menge hinaus zusätzliche Software-Updates zu fördern.

Laut einem Sprecher beliefen sich die Kosten für die Beilegung des Diesel-Skandals in den USA inklusive der neuen Vergleiche auf über zwei Milliarden Euro. Zuletzt hatte 2024 das US-Justizministerium seine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Mercedes-Benz ohne Anklageerhebung eingestellt.

dpa