Europa braucht offenen Kapitalmarkt für Börsengänge junger Unternehmen und weniger Abhängigkeit von amerikanischen Börsen, sagt Merz.
Merz fordert europäischen Kapitalmarkt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Die Europäer müssen für mehr Wettbewerbsfähigkeit nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Hürden für einen gemeinsamen Kapitalmarkt aus dem Weg räumen. «Wir wollen endlich dafür sorgen, dass wir einen offenen europäischen Kapitalmarkt bekommen, auch mit der notwendigen Finanzmarktinfrastruktur», sagte der Kanzler beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt.
Dies sei auch Voraussetzung dafür, «dass wir in Zukunft auch Börsengänge von hoffnungsvollen, sich weiterentwickelnden jungen Unternehmen in Europa und in Deutschland sehen und nicht notwendigerweise und immer wieder an den amerikanischen Börsen», sagte Merz.
Merz wirbt für europäische Börse
Merz hatte bereits im Oktober im Bundestag gefordert, die Kraft des europäischen Binnenmarkts besser auszuschöpfen, um Europa wettbewerbsfähiger zu machen: «Wir brauchen eine Art European Stock Exchange, damit erfolgreiche Unternehmen wie zum Beispiel Biontech aus Deutschland nicht an die New Yorker Börse gehen müssen.» Der Mainzer Impfstoffentwickler, bekanntgeworden in der Corona-Pandemie, war 2019 an die amerikanische Technologiebörse Nasdaq gegangen.
Umsetzung eines gemeinsamen Kapitalmarkts stockt
Seit Jahren kämpft die Europäische Union um einen gemeinsamen Kapitalmarkt, in dem bürokratische Hürden zwischen den EU-Staaten abgebaut werden. Die EU strebt danach, dass mehr Kleinanleger in die Finanzmärkte investieren, um mehr Geld für Bereiche wie Infrastruktur, Digitalisierung und Umweltschutz zu mobilisieren. Unternehmen sollen einfacher an Kapital gelangen können. Allerdings gibt es Verzögerungen bei der Umsetzung des Projekts.
Merz plant, das Thema der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft auf einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am 12. Februar in den Fokus zu rücken. Der Kanzler legt besonderen Wert auf den Abbau von Bürokratie in Europa.








