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Microsoft: KI reif für industrielle Produktionsprozesse

Microsoft investiert Milliarden in Künstliche Intelligenz. Doch sind die KI-Systeme bereits belastbar genug, um in der Industrie im großen Stil eingesetzt zu werden?

Der Softwarekonzern Microsoft ist einer der führenden Anbieter von KI-Systemen weltweit.
Foto: Oliver Berg/dpa

Systeme mit Künstlicher Intelligenz sind nach Einschätzung des Softwarekonzerns Microsoft inzwischen so ausgereift, um in industrielle Produktionsprozesse integriert zu werden. «Es geht nicht mehr darum, staunend zu erleben, was die Technologie so alles kann», sagte Microsoft-Manager Florian Deter zum Auftakt der Hannover Messe der Deutschen Presser-Agentur.  

Inzwischen gehe es darum, mithilfe der KI einen konkreten Wertbeitrag zu leisten. «Um dieses Ziel zu erreichen, muss die KI jetzt die Labore verlassen und Einzug in den Maschinenraum der deutschen Wirtschaft halten», sagte Deter, der in der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland das Großkundengeschäft verantwortet.

Der Manager sagte, dass es beim Einsatz von KI in der Industrie nicht nur um eine Steigerung der Produktivität gehe, sondern auch um Themen wie Zuverlässigkeit oder Arbeitsschutz. Deutschland sei in einer sehr guten Position, um von den kommenden Veränderungen durch KI-Technologien zu profitieren.

«Das liegt nicht nur an der sehr starken industriellen Basis. Der Standort Deutschland ist sehr stark in der KI-Grundlagenforschung und gehört zu den weltweit führenden KI-Patentanmeldern.» Hierzulande seien mehrere KI-Cluster entstanden, darunter Tübingen, Dresden, Heilbronn und München. Die TU München zähle nach verschiedenen Rankings, beispielsweise von der OECD, zu den forschungsstärksten KI-Instituten weltweit.

Deter: KI als Schlüsseltechnologie für nachhaltiges Wachstum

Nach Deters Einschätzung kann KI sich in eine Schlüsseltechnologie für ein nachhaltiges Wachstum in Deutschland entwickeln. Dazu müsse jedoch das über Jahrzehnte aufgebaute traditionelle Know-how der deutschen Industrie mit den neuen KI-Technologien verknüpft werden. «Dann kann es auch gelingen, eine starke Grundlagenforschung in marktfähige Produkte zu übertragen. KI kann auch dabei helfen, bestimmte Standortschwächen auszugleichen und beispielsweise den Fachkräftemangel abzufedern.»

Microsoft ist einer der führenden Anbieter von KI-Systemen weltweit, neben Google, Meta und Amazon. Dies liegt auch daran, dass Microsoft-CEO Satya Nadella frühzeitig Milliarden in eine umfassende Kooperation mit dem kalifornischen KI-Start-up OpenAI und dem dort entwickelten Chatbot ChatGPT investiert hat.

Microsoft präsentiert auf der Hannover Messe auch Integrationen mit Sprachmodellen, die nicht von OpenAI stammen, wie zum Beispiel Mistral aus Frankreich. Es ist möglich, Industrieunternehmen dabei zu unterstützen, ihre eigenen KI-Co-Piloten zu entwickeln. Diese sind auch für die Verarbeitung sensibler Daten geeignet, die nicht öffentlich zugänglich sein dürfen.

dpa