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Microsoft profitiert von KI-Anwendungen in der Cloud und steigt in der Unternehmenswertung auf

Microsoft verzeichnet ein starkes Wachstum in seinem Cloud-Geschäft, besonders durch Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz wie Chatbots, was dazu führt, dass das Unternehmen das wertvollste der Welt wird.

Microsoft legt die Geschäftszahlen vor. Die Börse blickt gespannt auf den KI-Effekt.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Microsoft erwartet einen Aufschwung für sein Cloud-Geschäft durch Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz wie Chatbots. Laut Finanzchefin Amy Hood entfielen rund ein Fünftel des 30-prozentigen Wachstums der Cloud-Plattform Azure auf KI-Anwendungen.

Microsoft und OpenAI haben einen Vertrag geschlossen, bei dem KI-Assistenten in Microsoft-Software integriert werden. Das Interesse der Nutzer führt zu einem erhöhten Bedarf an der zugrunde liegenden Cloud-Infrastruktur.

Kampf um Marktanteile im KI-Geschäft

Microsoft hat zeitgleich mit der Google-Mutter Alphabet die aktuellen Geschäftszahlen vorgelegt – und an der Wall Street waren Beobachter gespannt auf die Auswirkungen der KI. Google dominiert seit Jahren das Geschäft mit der Websuche. Die Werbung in Verbindung mit den Suchergebnissen ist die wichtigste Einnahmequelle des Internet-Giganten. Google plant, seine Suchmaschine mit KI-Funktionen zu verbessern. Im Gegensatz dazu nehmen Rivalen wie Microsoft und Start-up-Herausforderer die Suchdominanz des Konzerns ins Visier und wollen mithilfe von KI in mehr Fällen direkte Antworten anstelle einer Liste von Links liefern.

Die Zahlen für das vorherige Quartal zeigten weiterhin ein starkes Wachstum im Werbegeschäft von Google, aber der Umsatz blieb leicht hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Die Anzeigenerlöse von Google stiegen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 65,5 Milliarden Dollar (60,4 Mrd Euro). Die Analysten hatten im Durchschnitt eher mit 65,8 Milliarden Dollar gerechnet. Dies führte dazu, dass die Aktie im nachbörslichen US-Handel um fast sechs Prozent fiel.

Die Werbung in der Nähe der Google-Suchmaschine bleibt nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens. Im letzten Quartal stieg der Umsatz von 42,6 auf 48 Milliarden Dollar. Die Umsätze der Tochtergesellschaft YouTube aus Anzeigen erhöhten sich von knapp 8 auf 9,2 Milliarden Dollar. Insgesamt stieg der Umsatz von Alphabet im letzten Quartal um 13 Prozent auf 86,3 Milliarden Dollar und der Gewinn stieg um 52 Prozent auf rund 20,7 Milliarden Dollar.

Auch bei Microsoft sind die Unternehmenszahlen deutlich gestiegen. Im zweiten Geschäftsquartal, das im Dezember endete, stieg der Umsatz um fast ein Fünftel auf 62 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg um ein Drittel auf knapp 22 Milliarden Dollar. Aufgrund der KI-Euphorie ist Microsoft derzeit mit einem Börsenwert von über drei Billionen Dollar das wertvollste Unternehmen der Welt. Allerdings hatten Analysten bei Microsoft mit etwas höheren Cloud-Erlösen gerechnet. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel leicht um 0,33 Prozent nach.

Alphabet machte unterdessen Fortschritte bei einem notorischen Verlustbringer. Bei den sogenannten «anderen Wetten» – Zukunftsprojekten wie selbstfahrende Autos oder Lieferdrohnen – stieg der Umsatz aller Firmen von 226 auf 657 Millionen Dollar. Der operative Verlust des Bereichs wurde deutlich gedrückt: von 1,24 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf jetzt 863 Millionen Dollar. Alphabets Robotaxi-Firma Waymo erreichte einen Meilenstein mit einer Million komplett autonomen Fahrten mit Passagieren an Bord.  

dpa