Der Hausgeräte-Hersteller Miele reagiert auf einen Einbruch bei der Nachfrage seiner Produkte und drastische Preissteigerungen. Weltweit sollen rund 2000 Stellen wegfallen und 700 an andere Standorte verlagert werden, wie das Familienunternehmen in Gütersloh mitteilte.
Miele plant Stellenabbau und Standortverlagerungen aufgrund von Einbruch bei Nachfrage und Preissteigerungen

Der Hersteller von Haushaltsgeräten, Miele, reagiert auf einen Rückgang der Nachfrage nach seinen Produkten und stark steigende Preise. Das Familienunternehmen in Gütersloh gab bekannt, dass weltweit etwa 2000 Stellen gestrichen und 700 an andere Standorte verlegt werden sollen. Zuvor hatte das Management die Mitarbeiter über die Pläne informiert.
Miele wird von zwei Familienlinien geleitet. Markus Miele (55) und Reinhard Zinkann (66) stehen an der Spitze. Laut der Mitteilung plant Miele, bis 2026 mit dem angekündigten Kostensenkungs- und Wachstumsprogramm etwa 500 Millionen Euro einzusparen.
Miele hat während der Corona-Pandemie von einer hohen Nachfrage nach Haushaltsgeräten profitiert. Im Jahr 2022 stieg der Umsatz auf 5,43 Milliarden Euro, was einen Rekordwert in der Firmengeschichte darstellt. Es liegen noch keine Zahlen für 2023 vor. Miele berichtet von einem weltweit rückläufigen Geschäft, wobei insbesondere die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukrainekrieges spürbar waren. Vor allem das Premiumsegment ist betroffen. Vorläufigen Zahlen zufolge ist der Umsatz im letzten Geschäftsjahr um etwa 9 Prozent gesunken. Die verkauften Stückzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 18 Prozent zurückgegangen. Eine baldige Erholung der Märkte ist nicht absehbar.
Waschmaschinen sollen in Polen montiert werden
«Was wir derzeit erleben, ist keine vorübergehende Konjunkturdelle, sondern eine nachhaltige Veränderung der für uns relevanten Rahmenbedingungen, auf die wir uns einstellen müssen», teilte die Geschäftsleitung in einer internen Information an Mitarbeiter mit. 2000 Stellen sollen gestrichen und etwa 700 verlagert werden. So sollen ab 2027 alle Haushalts-Waschmaschinen im polnischen Werk in Ksawerów montiert werden.
Die Pläne wurden von der IG Metall kritisiert. Der nordrhein-westfälische Bezirksleiter Knut Giesler sagte laut Mitteilung, dass das Unternehmen von seinem Markenversprechen abrücke und anscheinend nun auf billigere statt bessere Produkte setze. Obwohl die Marktsituation für Miele derzeit angespannt sei, gebe es nach den Rekordjahren 2020 bis 2022 keinen Grund, beim ersten Gegenwind zu solchen Maßnahmen zu greifen.
Dieses Jahr begeht das Unternehmen Jubiläum: Miele wurde vor 125 Jahren gegründet. Der Konzern beschäftigt weltweit etwa 23.000 Mitarbeiter, wovon etwa die Hälfte in Deutschland tätig ist. In Gütersloh arbeiten ungefähr 5600 Personen.








