Ein junges Unternehmen aus München will die deutsche Energiewende beschleunigen. Und dazu hat es in Spanien eine Anlage errichtet, die in Europa und möglicherweise auch weltweit einzigartig ist.
Münchner Unternehmen stellt «erneuerbares Gas» her

Turn2X, ein Unternehmen aus München, hat in Spanien die angeblich erste Produktionsstätte zur kommerziellen Herstellung von erneuerbarem und klimaneutralem Erdgas in Europa eröffnet. Das Unternehmen gab bekannt, dass mit der Eröffnung der Anlage in Miajadas in der Region Extremadura im Westen des Landes die deutsche Energiewende beschleunigt wird.
Bis 2030 will Turn2X mit «grünem Methan», das rund 300 Kilometer südwestlich von Madrid aus grünem Wasserstoff und CO2 produziert wird, zehn Prozent des deutschen Erdgasbedarfs abdecken.
«Nach unserem Wissensstand ist es auch die erste (kommerzielle Anlage) weltweit», sagte Philip Kessler, Co-Founder und CEO von Turn2X auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nicht kommerzielle Anlagen gibt es laut dem Unternehmen bereits auch anderswo.
Mit Deutschland verbunden
Die Anlage in Miajadas hat eine Kapazität von zwei Megawatt und kann jährlich rund zwei Gigawattstunden erneuerbares Erdgas erzeugen. Über eine bestehende Erdgaspipeline ist die Anlage mit Deutschland verbunden, sodass im weiteren Jahresverlauf der Beginn der Lieferungen an deutsche Kunden geplant ist.
Ein wichtiger Vorteil der Anlage laut Angaben des im Jahr 2022 gegründeten Unternehmens ist ihre hohe Flexibilität: Sie kann schnell hoch- oder heruntergefahren werden und eignet sich daher besonders für die Stromversorgung durch Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Es besteht ein großer Bedarf an diesem klimaneutralen und zuverlässigen Energieträger, insbesondere in der mittelständischen Industrie und der Schifffahrt, aber auch bei kommunalen Versorgern.
Man sei überzeugt, dass das Verfahren nicht nur technologisch, sondern auch ökonomisch funktionieren werde, sagte Kessler. «Dazu brauchen wir die Skalierung, die wir jetzt umsetzen wollen.» Noch dieses Jahr plant Turn2X den Bau einer Anlage mit einer Leistung von mindestens neun Megawatt. Der Standort werde ebenfalls in Spanien sein.








