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Nach Millionenschaden – Aurubis-Vorstände vor Entlassung

Elektronik oder Abgaskatalysatoren enthalten jede Menge Metall, das recycelt wird. Und eben auch Edelmetalle, für die sich Kriminelle interessieren. Opfer solcher Straftäter wurde die Hamburger Aurubis – mit Folgen auch für die Chefetage.

Vertreter des Aufsichtsrats des Hamburger Kupferproduzenten Aurubis verhandeln mit drei von vier Vorstandsmitgliedern über eine Beendigung ihrer Vorstandstätigkeit.
Foto: Georg Wendt/dpa

Beim Hamburger Kupferproduzenten Aurubis müssen drei von vier Vorstandsmitgliedern mit ihrer vorzeitigen Entlassung rechnen. Vertreter des Aufsichtsrates führten derzeit «fortgeschrittene Gespräche mit drei Vorstandsmitgliedern über die Beendigung ihrer Vorstandstätigkeit», teilte Aurubis am Montagabend mit.

Neben Vorstandschef Roland Harings würden demnach auch Finanzvorstand Rainer Verhoeven sowie Produktionsvorstand Heiko Arnold ihre Posten verlieren. Ein endgültiger Beschluss des gesamten Aufsichtsrates ist für Dienstag geplant. Harings würde den Angaben zufolge zum 30. September, Verhoeven zum 30. Juni und Arnold zum 29. Februar aus dem Vorstand ausscheiden. «Bis zu ihrem vorzeitigen Ausscheiden würden diese Vorstandsmitglieder ihre jeweiligen Aufgaben weiterhin wahrnehmen.»

Der Aufsichtsrat würde mit den Personalien die Konsequenzen aus den Millionenschäden ziehen, die bei Aurubis nach mehreren Fällen von Betrug und Diebstahl entstanden sind. Das Kontrollgremium hatte Untersuchungen zur Verantwortung des Vorstands im Zusammenhang mit den Straftaten bei einer Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben. Der Bericht sollte Mitte Januar vorliegen.

Bei der Präsentation der Jahresergebnisse für 2022/23 (30. September) gab Aurubis an, Opfer von Kriminellen geworden zu sein. Das Unternehmen verzeichnete einen Fehlbestand an Metallen in Höhe von 169 Millionen Euro. Aufgrund der entstandenen Schäden sank das operative Vorsteuerergebnis (EBT), die wichtigste interne Steuerungszahl, um mehr als ein Drittel auf 349 Millionen Euro, während der Umsatz um knapp 8 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro zurückging.

Ein großer Betrug wurde von dem Unternehmen besonders schmerzhaft erlebt. Dieser wurde während regelmäßiger Überprüfungen des Metallbestands entdeckt. Es wurden erhebliche Abweichungen vom erwarteten Bestand festgestellt, sowie Abweichungen bei speziellen Proben von bestimmten Recycling-Lieferungen. Aurubis geht davon aus, dass manipulierte Proben mit hohen Gehalten an wertvollen Metallen abgegeben wurden, aber die Lieferungen enthielten letztendlich deutlich weniger wertvolle Metalle – was zu überhöhten Rechnungen führte, die bezahlt wurden.

dpa