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Nachfrage nach Bausparverträgen von Schwäbisch Hall sinkt

Nach der Zinswende boomte das Geschäft mit Bausparverträgen. Nun zeigt sich auch bei Marktführer Schwäbisch Hall: Der Trend gelangt an ein Ende.

Nach dem Boom der Vorjahre sind Bausparverträge weniger gefragt. (Archivbild)
Foto: Marijan Murat/dpa

Die größte deutsche Bausparkasse Schwäbisch Hall musste im vergangenen Jahr erneut Einbußen hinnehmen. Das Brutto-Neugeschäft beim Bausparen betrug 2024 28,1 Milliarden Euro – und lag damit etwa 9,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Trotz eines insgesamt schwächeren Marktes konnte sich das Institut gut behaupten. Mit einem Marktanteilsgewinn von 3,5 Prozentpunkten auf knapp 35 Prozent wurde die Position als Marktführer im Vergleich zu 2023 weiter gestärkt.

Nach der Zinswende konnte der Branchenprimus von der Wiederbelebung des Bausparens profitieren. Im Jahr 2022 – während des Booms – erzielte die Bank ein Brutto-Neugeschäft von 34,1 Milliarden Euro. Im Jahr davor normalisierte sich das Bauspargeschäft auf einem hohen Niveau. Im Vergleich dazu hatte Schwäbisch Hall im Jahr 2021 – also vor der Zinswende – ein Neugeschäft von rund 24 Milliarden Euro verzeichnet.

«Talsohle in der Baufinanzierung ist durchschritten»

Das Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe ist auch einer der größten deutschen Baufinanzierer. Der Einbruch in diesem Bereich scheint vorerst gestoppt zu sein: Mit 13,6 Milliarden Euro lag das Neugeschäft leicht über dem Vorjahresniveau – ist aber weiterhin von Spitzenwerten entfernt. Im Jahr 2023 hatte das Institut einen Einbruch von fast 30 Prozent verzeichnet. Wesentlicher Grund waren die von hohen Zins-, Bau- und Energiekosten ausgelöste Baukrise.

Der Vorstandsvorsitzende Mike Kammann blickt positiv in die Zukunft: «Die Talsohle in der Baufinanzierung ist durchschritten und eine Belebung im Markt spürbar, auch wenn sich die Hindernisse in der Immobilienfinanzierung (… ) langsamer abbauen als erhofft.» Für 2025 erwartet Schwäbisch Hall, stärker an der wieder anziehenden Baufinanzierung teilhaben zu können. Die Nachfrage nach Bausparverträgen werde sich nach dem Boom weiter normalisieren, hieß es. 

Nach einem deutlichen Rückgang von fast 86 Prozent im Vorjahr hat sich auch die finanzielle Situation der Bausparkasse wieder leicht verbessert. Der Gewinn vor Steuern betrug laut vorläufigen Angaben 64 Millionen Euro (2023: 20 Millionen Euro). Die Bank profitierte unter anderem von höheren Zinsen und niedrigeren Verwaltungskosten. Im Jahr 2022 lag der Wert jedoch noch bei 143 Millionen Euro.

dpa