Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Netflix will stärker bei Hochkant-Videos mitmischen

Auch Netflix-Nutzer entdecken Filme und Serien des Streaming-Marktführers zum Teil über andere Video-Plattformen. Der Dienst will nun selbst stärker auf Clips im Hochkant-Format setzen.

Von Netflix kommt künftig mehr Videomaterial im Vertikal-Format. (Archivbild)
Foto: Fabian Sommer/dpa

Bei Netflix denkt man hauptsächlich an TV-Formate – aber der Streaming-Marktführer möchte auch Hochkant-Videos auf dem Smartphone nicht vollständig Rivalen wie Tiktok oder Instagram überlassen. Co-Chef Greg Peters wies darauf hin, dass der Dienst bereits seit Monaten einen Feed mit Senkrecht-Clips aus seinen Filmen und Serien teste. In Zukunft könnten Ausschnitte aus Video-Podcasts hinzukommen. Das Format solle Teil einer Erneuerung der Smartphone-App von Netflix in diesem Jahr sein.

Der Vertikal-Feed dient dazu, dass Nutzer Netflix-Sendungen entdecken können, die sie interessieren. Derzeit werden oft Ausschnitte aus Netflix-Serien im Senkrecht-Format auf Plattformen wie Tiktok geteilt – Netflix würde es jedoch bevorzugen, wenn dies auf seiner eigenen Plattform geschieht.

Mehr als 325 Millionen Nutzer

Netflix hat im letzten Quartal die Marke von 325 Millionen Kunden überschritten. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt – aber das aktuelle Update zur Nutzerzahl ist das erste seit einem Jahr. Im Jahr 2024 hatte Netflix das Jahr mit 301,6 Millionen zahlenden Kunden beendet. Da in Haushalten oft mehr als eine Person lebt und der Netflix-Account geteilt wird, strebt der Branchenriese auf dem Weg zu einer Milliarde Zuschauer.

Im letzten Quartal erhöhte Netflix den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 17,6 Prozent auf über zwölf Milliarden Dollar. Der Nettogewinn betrug 2,42 Milliarden Dollar (ungefähr zwei Milliarden Euro) – etwa 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

Teure Übernahmepläne

Netflix plant derzeit, das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers zu übernehmen. „Für den rund 83 Milliarden Dollar schweren Deal werden wir die Aktienrückkäufe aussetzen“, teilte Netflix bei Vorlage der Quartalszahlen mit. US-Unternehmen unterstützen häufig ihre Aktienkurse durch Aktienrückkäufe.

Die Netflix-Aktie fiel nach dem Handel um etwa fünf Prozent. Seit den Ankündigungen der Warner-Übernahmepläne hat das Unternehmen bereits rund 30 Prozent an Wert verloren. Netflix hat daraufhin beschlossen, auf eine Aktienkomponente im Deal zu verzichten und den Kaufpreis stattdessen in bar zu zahlen.

Netflix ist in einem Bieterwettstreit mit Paramount, dem Hollywood-Konzern, der Warner Bros. Discovery für 108,4 Milliarden Dollar übernehmen will, einschließlich der TV-Sender wie CNN. Warner hat sich für das Angebot von Netflix entschieden, woraufhin Paramount sich direkt an die Aktionäre gewandt hat. Der Ausgang des Bieterwettstreits ist noch ungewiss.

Charme-Offensive bei Kinobranche

Netflix fährt fort mit der Charme-Offensive gegenüber Kino-Betreibern, die skeptisch auf die Übernahmepläne von Warner reagieren. Peters und der Co-Chef Ted Sarandos betonten in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass sie im Laufe der Jahre immer wieder die Möglichkeit in Betracht gezogen haben, ein eigenes Filmtheater-Geschäft zu gründen, aber aufgrund anderer Prioritäten nicht dazu gekommen sind. Mit Warner Bros. würden sie jedoch ein bereits erfolgreiches Kino-Geschäft übernehmen und stärken.

Netflix hatte in der Vergangenheit wenig Interesse am Kino gezeigt. Manager antworteten auf Fragen dazu immer, dass es wichtiger sei, Filme für hunderte Millionen Streaming-Kunden zu produzieren, als sie ins Kino zu bringen. Sarandos betonte nun, dass seine früheren Aussagen aus einer Zeit stammten, in der Netflix noch nicht im Kinogeschäft tätig war.

dpa