Mehr als zweieinhalb Tonnen Leergewicht finden sich schnell – auch Modelle mit weniger als 1000 Kilo sind selten.
Schwerste Autos in Deutschland: Ineos und Cadillac führen das Ranking an

Für Deutschland sind die Marken Ineos oder Cadillac diejenigen, die die schwersten Autos verkaufen, je nach Betrachtungsweise. Laut einer dpa-Auswertung von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gehören auch Rolls-Royce, Bentley und der Elektroautohersteller Fisker zu den schwersten Fahrzeugen im Land. Im vergangenen Jahr wurden mehr als zweieinhalb Tonnen Leergewicht bei Neuzulassungen festgestellt, wenn man Wohnmobile und kleine Nutzfahrzeuge außer Acht lässt. Modelle mit weniger als 1000 Kilo sind hingegen selten.
Wer ist der Schwerste im Land?
Mit einem Leergewicht von 3472 Kilo führt der Cadillac Escalade das Ranking deutlich an. Es wurden alle in der Statistik der Neuzulassungen nach Umweltmerkmalen einzeln ausgewiesenen Modellreihen berücksichtigt. Der Mercedes Maybach liegt mit 3027 Kilo auf Platz zwei, gefolgt vom Ineos Grenadier mit 3002 Kilo. Diese drei Fahrzeuge sind in Deutschland selten, zusammen verzeichneten sie im Jahr 2023 nur etwas mehr als 1000 Neuzulassungen.
Jedoch, wenn man die Grenze bei zweieinhalb Tonnen setzt, gibt es zwei Dutzend Modellreihen und Zehntausende Autos aus den Segmenten SUV, Geländewagen und Oberklasse. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt, da das KBA immer nur ein Gewicht pro Modellreihe angibt, aber die einzelnen Autos können je nach Motorisierung oder Ausstattung variieren.
Und wer der leichteste?
Das KBA führt jetzt nur noch zwei Modellreihen unter 1000 Kilo auf: Den Kleinwagen Mitsubishi Mirage mit 954 Kilo und den Suzuki Ignis mit 971 Kilo. Zusammen machten sie rund ein Drittel weniger Neuzulassungen aus als die Autos über zweieinhalb Tonnen. Auch hier ist die genaue Zahl nicht bekannt. Im Jahr 2022 führte das KBA übrigens noch vier Modellreihen unter einer Tonne, vor zehn Jahren waren es sogar noch 15.
Wie schwer ist der durchschnittliche deutsche Neuwagen?
Im Jahr 2023 beträgt das durchschnittliche Gewicht laut KBA 1696 Kilo. In dieser Zahl sind jedoch schwere Wohnmobile und Nutzfahrzeuge enthalten, die den Durchschnitt um etwa 50 Kilo erhöhen. Im Vergleich zu 2022 gibt es zwar keine Veränderung, aber langfristig ist eine deutliche Zunahme zu verzeichnen: Im Jahr 2013 lag das Durchschnittsgewicht bei 1475 Kilo.
Warum werden Neuwagen schwerer?
Hinter der Entwicklung stehen verschiedene Faktoren: „Zum einen sind besonders kleine Autos für die Hersteller weniger attraktiv, weil sie typischerweise niedrigere Margen abwerfen.“ Dementsprechend ist das Angebot gesunken. Im Gegensatz dazu erleben SUV und Geländewagen einen Boom, da sie in der Regel schwerer sind als vergleichbare Autos mit flacherer Karosserie. Der zunehmende Einsatz von Sicherheits- und Assistenzsystemen sowie von bequemen Gadgets trägt ebenfalls zur Entwicklung bei.
Hier machen sich vor allem Hybride und reine Elektroautos bemerkbar, die tendenziell schwerer sind. Die großen Batterien der reinen Elektrofahrzeuge oder der zusätzliche Elektromotor und die kleineren Batterien der Hybride sind alles andere als leicht. Unter einer Tonne sucht man reine Elektroautos jedenfalls vergeblich.
Es gibt zwar Fortschritte im Leichtbau, aber sie können die Gewichtszunahme nicht kompensieren.
Sind nur Stromer schwer?
„Nein, es ist nicht notwendig, eine große Batterie zu haben, um an der Spitze der Gewichtsskala zu stehen. Der Escalade wird normalerweise von einem Benzinmotor angetrieben. Dies hat Auswirkungen auf den Verbrauch und den CO2-Ausstoß, der selbst nach den oft eher optimistischen offiziellen Verbrauchsmessungen bei 13 Litern Benzin auf 100 Kilometer beziehungsweise mehr als 300 Gramm CO2 pro Kilometer liegt.“
Das ist noch nicht einmal das Maximum: Andere Fahrzeuge in derselben Klasse mit einem Gewicht von über zweieinhalb Tonnen verbrauchen manchmal zwei oder drei Liter mehr. Am unteren Ende der Gewichtsskala ist die Situation anders: Bei Fahrzeugen unter 1200 Kilo liegt der offizielle Benzinverbrauch in der Regel bei einer 5 vor dem Komma und der CO2-Ausstoß bei etwas mehr als 100 Gramm pro Kilometer.
Welche Marken sind besonders schwer?
Wenn man Marken anstelle von Modellreihen betrachtet, ist Ineos am schwersten. Das KBA führt hier nur die Modellreihe Grenadier mit ihren 3002 Kilo. Dahinter folgen Rolls-Royce mit 2757, Fisker mit 2561 und Bentley mit 2509 Kilo. All das sind jedoch eher seltene Autos. Wenn man nur Marken mit mindestens einem Prozent Marktanteil betrachtet, bringt Volvo mit im Schnitt 2139 Kilo am meisten auf die Waage.
Tesla liegt mit 2015 Kilogramm dahinter, wovon ein Großteil Batterien sind, vor Mercedes mit 2011. Porsche belegt mit 1988 Kilogramm den vierten Platz, da trotz des Leichtbaus bei den schwäbischen Sportwagen die Pfunde der mittlerweile zahlreichen Geländewagen und Oberklasselimousinen der Marke nicht ausgeglichen werden können.
BMW wiegt 1893, Ford 1804 und Audi 1772 Kilo – alle über dem deutschen Durchschnitt. VW bleibt mit 1590 darunter, ebenso wie seine Töchter Skoda und Seat mit 1550 und 1525. Opel wiegt 1444 Kilo. Die leichteste Marke mit mindestens einem Prozent Marktanteil in Deutschland ist Dacia. Im Durchschnitt wiegt sie 1268 Kilo.








