Nike-Chef Elliott Hill sieht Konzern noch nicht am Ziel. Anleger verunsichert, Aktie fällt um mehr als zehn Prozent.
Nike nach Umsatzknick in China und bei Converse weiter in der Krise

Nike, der US-Sportartikelkonzern, hat trotz besserer Geschäftszahlen als erwartet weiterhin Probleme, insbesondere in wichtigen Bereichen wie dem chinesischen Markt und der Marke Converse.
Nike-Chef Elliott Hill, der das Unternehmen nach einigen harten Enttäuschungen wieder an die Spitze führen soll, betrachtet den Konzern nach dem zweiten Geschäftsquartal (Ende November) noch nicht als erfolgreich. Anleger sind ungeduldig und haben die Aktie am Freitag stark fallen lassen, auch aufgrund eines erneuten Umsatzrückgangs im laufenden Quartal.
Im vorbörslichen US-Handel fiel das Papier um mehr als zehn Prozent. Dies bedeutet, dass sich das Kursminus seit Jahresbeginn von gut 13 Prozent im regulären Handel voraussichtlich weiter ausdehnen wird. Mit Kursen unter 60 Dollar wäre das Unternehmen noch weiter von seinen früheren Höchstständen entfernt – vor vier Jahren war die Aktie teilweise noch 179 Dollar wert. Auch die deutschen Konkurrenten Adidas und Puma wurden zunächst beeinträchtigt, konnten aber im weiteren Verlauf den Druck weitgehend abschütteln.
Wie geht es aus dem Tief?
Nike versucht derzeit, sich aus einem Tief herauszuarbeiten, das es selbst verursacht hat. In den letzten Jahren hatte das Unternehmen stark auf den Direktvertrieb gesetzt, was zulasten des Einzelhandels ging. Vor allem auf dem wichtigen US-Markt konnten daher konkurrierende Marken Nike Regalplatz in den Geschäften streitig machen, was zu Umsatzeinbußen führte. Nun bemüht sich das Unternehmen, das Verhältnis zu seinen Einzelhandelspartnern wieder zu verbessern.
In Deutschland lief es auch gar nicht so schlecht. Der Konzernumsatz insgesamt stieg im abgelaufenen Quartal im Jahresvergleich um ein Prozent auf 12,4 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) in Beaverton (Oregon) mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang gerechnet. Das verfing aber letztlich nicht.
Probleme im wichtigen Markt China
Der US-Konzern hat nach wie vor Probleme in China und mit seiner Marke Converse. Die Einnahmen von Converse sind um 30 Prozent gesunken, während die in China um 17 Prozent zurückgingen. Nike kämpft in China laut eigenen Angaben mit einem rückläufigen Publikumsverkehr in den Geschäften und hat zudem Schwierigkeiten beim Abverkauf von Lagerbeständen.
Des Weiteren belasten auch die Zölle von US-Präsident Donald Trump das Unternehmen. Die Bruttomarge – also das Verhältnis dessen, was nach den Herstellungskosten von den Verkaufspreisen übrig bleibt – sank um 3 Prozentpunkte auf 40,6 Prozent. Nike machte hierfür insbesondere die Einfuhrzölle in Nordamerika verantwortlich. Unterm Strich fiel der Gewinn um knapp ein Drittel auf 792 Millionen Dollar, auch weil Nike mehr Geld für Marketing ausgab.








