Niob, ein entscheidender Rohstoff für E-Auto-Batterien, wird fast ausschließlich in Brasilien gefördert. Angesichts der wachsenden globalen Nachfrage stellt sich die Frage nach den Chancen und Risiken dieses wertvollen Metalls für das Land.
Niob aus Brasilien: Ein entscheidender Rohstoff für die Zukunft der Elektromobilität

Das Metall Niob erfreut sich aufgrund seiner besonderen Eigenschaften einer steigenden Nachfrage, insbesondere in der Automobilindustrie.
Aktuell erlebt Brasilien einen regelrechten Ansturm auf seine Rohstoffe. Die Welt benötigt Mineralien, und Brasilien verfügt über bedeutende Vorkommen. Neben Seltenen Erden ist Niob besonders im Fokus: Dieses Metall wird nahezu ausschließlich in Brasilien abgebaut und könnte eine Schlüsselrolle in der Energiewende spielen. Doch erfüllt der Rohstoff die hohen Erwartungen, die an ihn gestellt werden?
Was ist Niob und wozu wird es benötigt?
Niob ist ein Schwermetall mit einem hohen Schmelzpunkt, das sich durch Korrosionsbeständigkeit auszeichnet. Es wird als Legierungszusatz in Stahl verwendet, um dessen Gewicht zu reduzieren und die Stabilität zu erhöhen. Niob findet Anwendung in verschiedenen Bereichen, darunter Luft- und Raumfahrt, Bauwesen, Automobilindustrie und Rüstungssektor. Beispielsweise kommt das Element in Flugzeugturbinen, Ölpipelines und Windkraftanlagen zum Einsatz.
In jüngster Zeit werden auch Batterien aus Niob-Titanoxid getestet, die durch extrem kurze Ladezeiten auffallen. Ein vollständiges Laden eines E-Autos könnte nur wenige Minuten in Anspruch nehmen.
Die Bedeutung von Niob für Brasilien
Brasilien ist reich an wichtigen Rohstoffen wie Bauxit, Mangan, Grafit, Nickel und Seltenen Erden. Das Land besitzt zudem die größten Niob-Reserven weltweit, mit schätzungsweise 16 Millionen Tonnen, was etwa 90 Prozent der globalen Vorkommen entspricht. Damit hat Brasilien nahezu ein Monopol auf diesen Rohstoff. Der Abbau erfolgt seit über 60 Jahren, hauptsächlich durch das brasilianische Unternehmen Companhia Brasileira de Metalurgia e Mineração (CBMM).
Die Nachfrage nach Niob steigt international, und immer mehr Unternehmen drängen in den Markt. Ein australisches Unternehmen plant beispielsweise, bald mit dem Abbau zu beginnen. Zudem wurden zwei brasilianische Niob-Unternehmen in den Jahren 2016 und 2024 vollständig von chinesischen Konzernen übernommen.
Chinas Bedarf an diesem speziellen Element ist enorm: Im Jahr 2025 gingen 50 Prozent der Niob-Exporte nach China, während die USA und die EU ebenfalls bedeutende Abnehmer sind. Das Mercosur-Abkommen hat Europa zudem einen besseren Zugang zu brasilianischen Rohstoffen verschafft. Dennoch bleibt Niob ein Nischenprodukt, das weniger als ein Prozent des Umsatzes im brasilianischen Bergbausektor ausmacht.
Risiken des Niob-Abbaus für Brasilien
Der Niob-Abbau birgt potenzielle Risiken für Umwelt und Gesundheit. Das Metall wird im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais im Tagebau gewonnen. Bei der Aufbereitung werden auch Stoffe wie Barium und Uran freigesetzt, deren flüssige Rückstände in Rückhaltebecken geleitet werden. Lecks haben jedoch dazu geführt, dass diese Stoffe in den Untergrund gelangt sind. Berichten zufolge gab es bereits in den 1980er-Jahren Umweltbelastungen.
Im Jahr 2018 schlossen die zuständigen Behörden und der Bergbaukonzern CBMM ein Abkommen zur Verbesserung der Umweltstandards. Dennoch zeigen aktuelle Studien, dass die Kontamination weiterhin besteht. Das Wasser bleibt belastet, und Barium gelangt weiterhin in den Untergrund und ins Grundwasser.
Obwohl das Unternehmen CBMM auf Anfragen nicht reagierte, betont es in öffentlichen Stellungnahmen, dass die Anlagen den geltenden Umweltauflagen entsprechen. Erhöhte Bariumwerte werden auf natürliche geologische Gegebenheiten zurückgeführt. Die Bergbaubehörde erklärte, dass es keinen relevanten umweltbezogenen Vorfall im Zusammenhang mit den Bergbauaktivitäten gebe.
Organisationen wie die linkskatholische Landpastorale CPT äußern jedoch Bedenken und befürchten, dass die Bergbauaktivitäten gravierende negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen in der Region haben könnten. Sie fordern langfristige und unabhängige Studien.
Trotz der Bedenken wird die Nachfrage nach Niob aus Brasilien voraussichtlich nicht abnehmen. Da sich verarbeitetes Niob nicht mehr vom Stahl trennen und recyceln lässt, bleibt die Wiederverwendbarkeit des Materials eingeschränkt, was die Abnehmer weiterhin auf brasilianische Exporte angewiesen macht.
Quellen: deutschlandfunk
Bildquelle: Foto von Markus Spiske auf Unsplash








