In einigen Bundesländern liegt die Quote unter einem Prozent. Beamte haben unterschiedliche Regelungen je nach Bundesland.
Niedrige Teilnahme an Bildungsurlaub in Deutschland

Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur nehmen nur wenige Arbeitnehmer in Deutschland Bildungsurlaub zur beruflichen oder politischen Weiterbildung in Anspruch. Die Quote derjenigen, die Bildungsurlaub nehmen, liegt in einigen Bundesländern unter einem Prozent der Anspruchsberechtigten.
In 14 von 16 Bundesländern wird Bildungsurlaub gewährt, in Sachsen ist eine Einführung geplant. Nur in Bayern gibt es weder Bildungsurlaub noch Pläne für eine Einführung. Der Anspruch beträgt in der Regel fünf Tage pro Jahr, in einigen Ländern können Ansprüche aus zwei Jahren zusammengelegt werden.
Die Datenlage zur Beteiligung ist kompliziert, da nicht alle Länder gleichermaßen Zahlen sammeln. Besonders aufschlussreich sind die Werte aus Niedersachsen und Hessen: Im Jahr 2023 nahmen in Niedersachsen 1,45 Prozent der Anspruchsberechtigten Bildungsurlaub, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte – ein im Ländervergleich hoher Wert.
In Hessen betrug die Quote hingegen nur 0,68 Prozent. Ein ähnlicher Wert wurde im Jahr 2024 vom Land Schleswig-Holstein mit einer Quote von 0,63 Prozent gemeldet. In Niedersachsen und Hessen sind Beamte nicht eingerechnet, in Schleswig-Holstein haben sie jedoch Anspruch auf Bildungsurlaub.
In Rheinland-Pfalz machten im Zeitraum von 2023 und 2024 insgesamt 1,8 Prozent (einschließlich Beamte) von dem Angebot Gebrauch. In Sachsen-Anhalt waren es von 2020 bis 2023 1,7 Prozent (ohne Beamte) – etwas mehr als in den Jahren 2016 bis 2019 (1,44 Prozent).
Weiterbildungsangebote werden in Deutschland weniger genutzt
Die Zurückhaltung in Deutschland beim Thema Weiterbildung geht auch über den Bildungsurlaub hinaus: «Im Jahr 2022 haben in Deutschland rund 8 Prozent der 25- bis 64-Jährigen an einer Bildungs- oder Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen», teilte das Statistische Bundesamt vor zwei Jahren mit. Im Schnitt der EU-Mitgliedstaaten waren es demnach zwölf Prozent.
In einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung gaben vor Kurzem etwa die Hälfte der Befragten an, dass sie in den nächsten zwölf Monaten eine Weiterqualifizierung anstreben. Viele derjenigen, die derzeit kein Interesse an beruflicher Weiterbildung haben, begründeten dies damit, keinen Nutzen darin zu sehen: Fast ein Drittel gab zum Beispiel an, dass sie dadurch kein höheres Gehalt erwarten würden.








