Die Ölkonzerne verzeichnen Rekordgewinne, während die Rohölpreise steigen und die Spritkosten kräftig zulegen. Politische Reaktionen, insbesondere in den USA, zeigen die brisante Lage, die auch die Inflation antreibt.
Ölkonzerne im Geldrausch: Gigantische Gewinne in turbulenten Zeiten

Die großen Ölkonzerne profitieren massiv von den gestiegenen Preisen für Rohöl und den hohen Kosten für Kraftstoffe. So konnte der britische Mineralölkonzern BP seinen Nettogewinn im zweiten Quartal auf etwa 5,7 Milliarden Dollar verdoppeln. Diese Entwicklung ist direkt auf die hohen Ölpreise zurückzuführen, die durch den Konflikt im Iran beeinflusst werden. Zudem stieg der Umsatz von BP um 47 Prozent auf 70,1 Milliarden Dollar.
Die seit April amtierende Konzernchefin Meg O’Neill zeigt mit ihren neuen Prioritäten eine klare Abkehr von der bisherigen Strategie im Bereich der erneuerbaren Energien. Beispielsweise hat BP den Verkauf seines US-Biogas-Geschäfts Archaea eingeleitet, welches erst 2022 für 4,1 Milliarden Dollar erworben wurde.
Die fossile Energiebranche erlebt gegenwärtig außergewöhnliche Gewinnsteigerungen. Unternehmen profitieren von Marktverwerfungen und einer Verknappung des Ölangebots, welche durch Blockaden in der Straße von Hormus verursacht werden. Dies führt nicht nur zu steigenden Ölpreisen, sondern auch zu höheren Preisen für Raffinerieprodukte wie Diesel und Kerosin.
Ein weiterer bedeutender Akteur, Shell, hat seinen Gewinn auf 10,8 Milliarden Dollar verdreifacht. Ebenso haben die US-Unternehmen ExxonMobil und Chevron beeindruckende Ergebnisse erzielt: ExxonMobil meldete eine Verdopplung seines Gewinns auf 14,5 Milliarden Dollar, während Chevron seinen Gewinn auf 12,1 Milliarden Dollar verfünffachte.
Diese hohen Gewinne der Ölkonzerne haben politische Reaktionen ausgelöst. US-Präsident Donald Trump äußerte sich kritisch und bemerkte, dass diese „zuviel Geld“ verdienen. Dies könnte für ihn problematisch werden, da die Spritpreise in den USA um mehr als 37 Prozent gestiegen sind, was vor den Kongresswahlen im November unzufriedene Verbraucher zur Folge haben könnte.
Auch in Deutschland sind die Spritpreise dramatisch angestiegen. Laut einer Auswertung des ADAC gab es im Juli einen drastischen Preisanstieg. Am 23. Juli überschritt der Rohölpreis pro Barrel die 100-Dollar-Marke, fiel jedoch zum Monatsende wieder unter 90 Dollar. Diese Preisschwankungen spiegeln sich jedoch nicht in den anhaltend hohen Spritpreisen wider, die sogar weiter ansteigen könnten.
Das Bundeskartellamt beobachtet die Situation aufmerksam und prüft die von den Raffinerien geforderten Spritpreise. Die Behörde hat Fortschritte in ihrer Untersuchung gemeldet, jedoch keine kurzfristigen Lösungen in Aussicht gestellt, da sie die Kraftstoffpreise nicht direkt regulieren kann.
Die zukünftige Entwicklung der Gewinne der Ölkonzerne ist stark von der weiteren Eskalation der Krise im Nahen Osten abhängig. Analysten der Investmentgesellschaft PIMCO betonen, dass eine Normalisierung der Energieversorgung aus dieser Region, die etwa 20 Prozent der globalen Ölproduktion ausmacht, unerlässlich ist. Andernfalls könnten anhaltende Versorgungsrisiken und deren wirtschaftliche Auswirkungen die Weltwirtschaft belasten.
Die hohen Energiepreise beeinflussen nicht nur die Kosten an der Zapfsäule, sondern tragen auch zur Inflation bei. Steigende Transport- und Produktionskosten führen dazu, dass viele Produkte teurer werden. In Deutschland stieg die Inflation zuletzt auf 2,8 Prozent.
Trotz zunehmender Sorgen der Verbraucher zeigt sich am Aktienmarkt derzeit ein anderes Bild. Der DAX erreichte kürzlich ein neues Rekordhoch von 26.266 Punkten und liegt mehr als ein halbes Prozent im Plus.
Quellen: tagesschau, Focus
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








