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Deutschland bei KI-Entwicklung hinter den USA,China und Japan zurück

Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den USA dominieren die KI-Patentanmeldungen, gefolgt von Deutschland, Japan, China und Südkorea.

Die Zahl der Patentanmeldungen mit KI-Bezug nimmt zu.
Foto: Peter Steffen/dpa

Industrie und Wissenschaft in Deutschland haben die Forschung und Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz verstärkt, jedoch hinken sie den USA deutlich hinterher. Dies ergibt sich aus einer Analyse des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), die am Montag veröffentlicht wurde. Laut der Münchner Bundesbehörde war die Anzahl der veröffentlichten Patentanmeldungen mit KI-Bezug beim Deutschen und beim Europäischen Patentamt im letzten Jahr um 40 Prozent höher als 2019.

Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den USA dominierten, die fast ein Drittel der Neuentwicklungen in Technologien mit KI-Bezug angemeldet hatten. Deutschland folgte mit 17,1 Prozent vor Japan mit 12,4 Prozent. China belegte den vierten Platz mit 10,1 Prozent, gefolgt von Südkorea mit 4,7 Prozent. Die Zahl chinesischer Entwicklungen stieg am schnellsten, um 15 Prozent zwischen 2022 und 2023. Deutsche Anmeldungen erhöhten sich um 5,2 Prozent im gleichen Zeitraum.

«Die starke und breite Innovationsdynamik verdeutlicht, dass KI zukünftig in vielen Lebensbereichen eine große Rolle spielen wird», sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Die KI-Analyse ist an diesem Dienstag und Mittwoch Thema des alljährlichen DPMA-Nutzerforums.

In der deutschen Patentstatistik sind in der Regel einheimische Unternehmen führend, da sie Patente für neue Erfindungen hauptsächlich in ihren Heimatländern anmelden.

In Bezug auf die Technologiefelder mit KI ist die Situation anders: Obwohl das deutsche Unternehmen Bosch den ersten Platz belegte, folgten darauf der chinesische Huawei-Konzern, die US-Unternehmen Google und Microsoft sowie Samsung aus Südkorea.

Noch keine eigene Patentklasse für KI

Gemessen an den Patentanmeldungen nähmen deutsche Unternehmen auf ihrem Heimatmarkt eine vergleichsweise gute Position ein, sagte Schewior und verband dies mit einem Appell an Wirtschaft und Wissenschaft: «Angesichts der immensen Dynamik in anderen Teilen der Welt sollten auch wir weiter alles daransetzen, dass wir bei dieser zentralen Zukunftstechnologie zu den innovativsten Ländern gehören.»

Patente werden gemäß einem international einheitlichen Standard der Patentklassifikation angemeldet. Da es für KI keine eigenen Patentklassen gibt, analysierten die Experten des DPMA die Klassen aus den Technologiefeldern, in denen KI eingesetzt wird.

Zu den Bereichen, die berücksichtigt wurden, gehören unter anderem Computer-, Medizin- und Fahrzeugtechnik, Robotik sowie Sprach- und Bildanalyse. Die Analyse basiert auf Patentanmeldungen, die für Deutschland relevant sind und entweder beim Deutschen Patentamt oder beim Europäischen Patentamt in München eingereicht wurden, wobei Doppelanmeldungen herausgerechnet wurden.

Die Behörde betonte, dass diese Methodik eine Annäherung darstelle, aber die verschiedenen Trends gut aufzeige. Die Analyse erhebt laut DPMA aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit für alle KI-bezogenen Erfindungen, außerdem könnten auch Erfindungen ohne KI-Bezug enthalten sein. Da Patentanmeldungen erst nach einer Frist von 18 Monaten veröffentlicht werden, sind in der Statistik noch keine Erfindungen des vergangenen Jahres enthalten.

dpa