Marktanteil im Textileinzelhandel ausgebaut, Übernahme noch offen. Gläubigerversammlung im März geplant.
Peek & Cloppenburg übernimmt Sinn: Bundeskartellamt genehmigt Fusion

Das Bundeskartellamt gab bekannt, dass der Modehändler Peek & Cloppenburg Düsseldorf (P&C) die insolvente Textilkette Sinn übernehmen darf.
Der Präsident der Behörde, Andreas Mundt, erklärte zu der Entscheidung: «Peek & Cloppenburg hat bei bundesweiter Betrachtung eine führende Stellung im Bereich des stationären Textileinzelhandels.» Durch die Übernahme könne das Unternehmen seinen Marktanteil in einigen Städten weiter ausbauen. Die Ermittlungen hätten allerdings ergeben, dass den Verbrauchern genügend Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung stünden.
Die JC Switzerland Holding AG, die zur P&C-Gruppe gehört, hat kürzlich ein Angebot für die Sinn GmbH gemacht. Daraufhin haben die Wettbewerbshüter ein Fusionskontrollverfahren eingeleitet. Es ist noch unklar, ob die Übernahme stattfinden wird. Im August 2024 stellte das Modeunternehmen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb in den meisten Sinn-Modehäusern läuft seitdem weiter.
Gläubiger entscheiden im März
Die Gläubigerversammlung soll voraussichtlich im März stattfinden. Dort werden die Gläubiger über den Insolvenzplan und einen möglichen Verkauf an P&C abstimmen. Wie aus Branchenkreisen zuletzt zu hören war, soll auch die aktuelle Sinn-Gesellschafterin Isabella Göbel Interesse daran haben, das Unternehmen weiterzuführen.
Gemäß dem Bundeskartellamt betreibt die Sinn GmbH derzeit noch 35 Standorte in Deutschland, hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen. Einige Filialen wurden bereits geschlossen oder sollen in naher Zukunft geschlossen werden, so ein Sprecher der Sinn GmbH.
P&C Düsseldorf hat etwa 70 Standorte in Deutschland. Das Unternehmen hatte erst kürzlich im Herbst 2023 ein Sanierungsverfahren abgeschlossen. Der Modehändler, dem auch die Kette Anson’s gehört, sollte nicht mit Peek & Cloppenburg Hamburg verwechselt werden, einer anderen Firma.








