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Pharmabranche warnt vor Fachkräftemangel

Deutsche Industrie bedroht durch fehlende hochqualifizierte Fachkräfte. Studie zeigt: MINT-Bereiche betroffen, Lösung durch Anreize und Zuwanderung.

Arzneiproduktion: Die Pharmabranche warnt vor einem akuten Fachkräftemangel (Archivbild)
Foto: Arne Dedert/dpa

Die deutsche Pharmaindustrie warnt vor einem akuten Fachkräftemangel, der die Innovationskraft wichtiger Branchen bedroht. Schon heute werde der Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften nicht mehr gedeckt, teilte der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Berlin mit. Sinkende Studentenzahlen in den besonders wichtigen Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) sowie eine alternde Belegschaft verschärften die Situation.

Laut einer neuen Studie des Verbands, der 46 Branchenunternehmen vertritt, wird die Zahl der Absolventinnen und Absolventen trotz eines steigenden Anteils internationaler Studenten langfristig nicht ausreichen, um den wachsenden Bedarf in forschungsintensiven Industrien zu decken.

Die Anzahl der Studenten in Deutschland liegt bei knapp drei Millionen. Doch im Jahr 2020 stoppte der Aufwärtstrend, seitdem sinkt die Zahl. Gleichzeitig verlassen immer mehr erfahrene Mitarbeiter altersbedingt den Arbeitsmarkt. Im produzierenden Gewerbe werden in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich grob geschätzt 280.000 Akademiker das Renteneintrittsalter erreichen.

«Nachwuchs bleibt aus – und das strukturell»

Die Pharmaindustrie werde von dem Problem besonders betroffen sein, da sie mit 34,5 Prozent einen der höchsten Akademikeranteile in der deutschen Industrie habe. Ähnlich groß sei der Anteil in der Elektrobranche, gefolgt vom Fahrzeugbau mit rund 25 Prozent. Am größten ist der Akademikeranteil den Angaben zufolge abseits der Industrie bei IT-Dienstleistungen (rund 49 Prozent).

Der Nachwuchs bleibe aus – und das nicht nur kurzfristig, sondern strukturell, sagte VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen. «Ohne entschlossene Reformen wird Deutschland im internationalen Wettbewerb um Talente zurückfallen.»

Nötig sei eine Fachkräftestrategie, die sowohl Anreize für MINT-Studiengänge als auch eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften umfasse. «Bürokratische Hürden müssen abgebaut und der Verbleib internationaler Studierender erleichtert werden.»

dpa