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Plus 23 Prozent: Dax legt bestes Börsenjahr seit 2019 hin

Der deutsche Leitindex hat 2025 kräftig zugelegt – trotz Wirtschaftsflaute in Deutschland, weltweiter Krisen und Zollkonflikten. Mit seiner Bilanz stellt der Dax große Börsenbarometer in den Schatten.

Börse Frankfurt: 2025 hatten die Bullen die Oberhand (Archivbild)
Foto: Arne Dedert/dpa

Am letzten Handelstag des Jahres hat der deutsche Aktienmarkt stark zugelegt und damit das beste Börsenjahr seit 2019 abgeschlossen. Der Dax stieg über die Marke von 24.500 Punkten und schloss 0,57 Prozent höher bei 24.490,41 Zählern. Damit nähert sich der Leitindex dem Allzeithoch von 24.771 Punkten vom Oktober.

Im Dezember erzielte der Dax einen Zuwachs von 2,7 Prozent und verzeichnete im Jahr 2025 mit einem Anstieg von 23 Prozent das beste Ergebnis seit 2019. Somit schnitt der wichtigste deutsche Aktienindex deutlich besser ab als der EuroStoxx, der Leitindex der Eurozone, und auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial.

Im verkürzten Handel am Dienstag wurden die Bücher für dieses Jahr bereits um 14 Uhr geschlossen. Viele Anleger mieden die Börse ohnehin zwischen den Jahren, was zu niedrigen Handelsumsätzen und stärkeren Kursausschlägen bei einigen Einzelwerten führte.

Die gute Bilanz des Dax steht im krassen Gegensatz zur schwachen Wirtschaftslage in Deutschland. Investoren achten oft nicht auf die aktuelle Situation, sondern auf zukünftige Gewinne. Außerdem sind die 40 im Dax gelisteten Unternehmen international tätig und erzielen den Großteil ihres Umsatzes im Ausland.

34 Rekordhochs

Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem exzellenten Börsenjahr, verwies aber darauf, dass dies nur für die erste Jahreshälfte gilt, denn das zweite Semester sei «eher ein Seitwärtslaufen» gewesen. Von seinen 34 Rekordhochs habe der Dax 31 im ersten Halbjahr markiert und nur drei im zweiten.

Am Dienstag stieg der MDax um 0,54 Prozent auf 30.617,67 Punkte. Dies führte zu einem Dezembergewinn von 2,3 Prozent für den Index der mittelgroßen Werte. Im Jahr 2025 verzeichnete er einen Zuwachs von fast 20 Prozent.

Am Dienstagabend steht noch das Protokoll der letzten Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve auf der Agenda. «Das Protokoll wird einen spannenden Blick hinter die Kulissen erlauben. Die Meinungen innerhalb der Fed gehen weit auseinander – jede zusätzliche Information ist daher Gold wert, weil sie Anlegern hilft, den Zinskurs für das kommende Jahr besser auszutarieren», erklärte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.

Ukraine hält Anleger in Atem

Das zentrale geopolitische Thema bleibt die Situation in der Ukraine. Laut Kreml will der russische Präsident Wladimir Putin seine Position in den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump aufgrund eines angeblichen Terroranschlags in Kiew überdenken. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen. Die Rüstungsunternehmen Rheinmetall, Hensoldt und Renk verzeichneten einen Anstieg von bis zu 2,3 Prozent.

Ansonsten war die Nachrichtenlage erneut sehr überschaubar. Die Aktien von Infineon verteuerten sich als Dax-Spitzenreiter um 2,7 Prozent. Einem Händler zufolge war ein Interview von Konzernchef Jochen Hanebeck im «Handelsblatt» förderlich für die Stimmung. Demnach rechnet der Manager «auf Jahre mit einem Boom bei KI-Chips» und kräftigem Wachstum bei Halbleitern für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren.

Die Aktionäre von Verbio beendeten das Jahr 2025 dank einer Jahresendrally mit einem hohen Gewinn. Am Dienstag stiegen die Aktien um weitere 6,5 Prozent und erhöhten ihr Jahresplus auf rund 79 Prozent. Im September hatten sie noch Verluste für das Jahr verzeichnet.

Alzchem stieg um 5,6 Prozent und steigerte ihren Jahresgewinn auf 172 Prozent. Die Titel des Spezialchemie-Unternehmens waren 2025 aufgrund der Fantasie im Rüstungssektor sehr gefragt. Das Unternehmen stellt einen Grundstoff für Sprengstoffe her.

dpa