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Porsche plant Übernahme von Varta-Tochter V4Drive

Porsche verhandelt über Mehrheitsinvestment in Elektroautobatteriegeschäft von Varta, um eigene Batteriezellproduktion zu stärken.

Der Sportwagenhersteller Porsche will dem angeschlagenen Batteriekonzern Varta sein Geschäft für E-Auto-Batterien abkaufen.
Foto: Jan Woitas/dpa

Porsche plant, das Geschäft für Elektroautobatterien des angeschlagenen Batteriekonzerns Varta zu übernehmen. Varta gab bekannt, dass Verhandlungen über ein mögliches Mehrheitsinvestment in die Varta-Tochter V4Drive mit Porsche stattfinden.

Die Firmen haben bereits eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet. Zunächst wird die Varta-Tochter ausgegliedert. Die Volkswagen-Konzerntochter Porsche wird sich dann in einem zweiten Schritt durch eine Kapitalerhöhung beteiligen. Finanzielle Details wurden von Varta nicht genannt. Ob der Deal zustande kommt, hängt noch von verschiedenen Faktoren ab, darunter eine eingehende Prüfung der Bücher durch Porsche.

Varta bereits länger in der Krise

Der Batteriekonzern steckt seit geraumer Zeit in der Krise, da die Geschäfte nicht mehr so gut laufen. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, beispielsweise für Kopfhörer, ist starken Schwankungen unterworfen. Darüber hinaus beklagte sich Varta zuletzt über Billig-Konkurrenz aus China sowie anhaltende Probleme in den Lieferketten. Zu allem Überfluss hatten Hacker im Februar die Computersysteme von Varta angegriffen und die Produktion für mehrere Wochen zum Stillstand gebracht.

Im Juni musste Varta seine Umsatzziele kassieren. Zuvor musste der Konzern auch zugeben, dass das eigene Umstrukturierungskonzept nicht mehr ausreicht, um wie geplant bis Ende 2026 auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren.

Die Elektroautobatterie mit dem Namen V4Drive sollte dem Unternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten im Bereich der Elektromobilität eröffnen. Es wurde lange spekuliert, dass Porsche einer der ersten Kunden für die Batteriezellen von Varta sein könnte.

Porsche plant eigene Batterieproduktion

Die Zuffenhausener planen bereits, mit Partnern eine eigene Batteriezellproduktion aufzubauen. Gemäß früheren Angaben plant der Sport- und Geländewagenhersteller in den kommenden Jahren eine Produktionskapazität von 10 bis 20 Gigawattstunden Zellen pro Jahr. Das würde theoretisch für 200.000 Autos mit einer Batteriekapazität von 100 Kilowattstunden ausreichen. Im Jahr 2023 verkaufte Porsche rund 320.000 Autos, wobei der Großteil noch Verbrennungsmotoren hat.

Es wurde angegeben, dass Investitionen von zwei bis drei Milliarden Euro für 20 Gigawattstunden erforderlich sind. Porsche plant, Partner dafür zu finden. Der Standort für eine solche Zellproduktion ist noch unklar. Darüber hinaus plant Porsche, mit der Batteriefirma PowerCo der Konzernmutter Volkswagen zusammenzuarbeiten.

dpa