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Preisdruck an der Tankstelle: Fahrrad und Co. gewinnen an Beliebtheit

Immer mehr Autofahrer in Deutschland lassen ihr Auto wegen steigender Spritpreise stehen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen ihre Fahrten reduzieren.

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Fahrrad statt Bus und Bahn: Jeder dritte Autofahrer fährt wegen hoher Spritpreise seltener
Birgit Böllinger auf Pexels

Die anhaltenden Preissteigerungen im Bereich der Kraftstoffe zwingen viele Menschen in Deutschland dazu, ihre Ausgaben zu überdenken. Immer mehr Autofahrer entscheiden sich aufgrund der hohen Spritpreise dafür, das Auto stehen zu lassen. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche, in denen die Deutschen zunehmend sparen.

Verändertes Mobilitätsverhalten

Die gestiegenen Kraftstoffpreise haben das Mobilitätsverhalten vieler Autofahrer in Deutschland nachhaltig verändert. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL/ntv fahren derzeit 31 Prozent der Nutzer von Benzin- oder Dieselautos seltener als noch vor einigen Wochen. Im Gegensatz dazu geben 68 Prozent an, ihr Fahrverhalten nicht verändert zu haben.

Besonders ausgeprägt ist der Spareffekt bei Menschen mit niedrigerem Einkommen. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 2500 Euro fahren 44 Prozent seltener Auto, während in Haushalten mit einem Einkommen von über 4000 Euro nur 24 Prozent diese Entscheidung getroffen haben. Personen, die täglich auf das Auto angewiesen sind, reduzieren ihre Fahrten deutlich seltener als Gelegenheitsfahrer.

Alternative Verkehrsmittel im Trend

Wer sein Auto seltener nutzt, weicht häufig auf andere Verkehrsmittel aus. Die Umfrage zeigt, dass 51 Prozent der Befragten vermehrt das Fahrrad nutzen, 42 Prozent häufiger zu Fuß gehen und 35 Prozent verstärkt auf Busse und Bahnen umsteigen. Zudem organisieren 22 Prozent Fahrgemeinschaften.

Alltagsausgaben unter Druck

Die Umfrage ergab zudem, dass 58 Prozent der Befragten angeben, sich im Alltag aufgrund steigender Preise eingeschränkt zu haben. 41 Prozent berichten hingegen, dass sich ihr Verhalten nicht wesentlich verändert hat. Besonders häufig sparen jüngere Menschen unter 30 Jahren sowie Personen mit einem geringeren Einkommen (unter 2500 Euro Nettohaushaltseinkommen).

Bereiche, in denen gespart wird

  • 76 Prozent der Betroffenen sparen beim Essengehen.
  • 69 Prozent reduzieren ihre Ausgaben für Neuanschaffungen und Lebensmittel.
  • 65 Prozent sparen beim Kraftstoff.
  • 59 Prozent schränken ihren Energieverbrauch ein.
  • 57 Prozent reduzieren ihre Urlaubspläne.
  • 55 Prozent sparen bei Freizeitaktivitäten.

Die Daten zur Umfrage wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 24. und 27. April 2026 erhoben. Die Datenbasis umfasst 1005 Befragte, wobei eine statistische Fehlertoleranz von plus/minus 3 Prozentpunkten besteht.

Bildquelle: Birgit Böllinger auf Pexels

TS