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Novo Nordisk unter Druck durch starke Konkurrenz und Preisdruck

Konzern rechnet mit erstem Umsatzrückgang seit fast einem Jahrzehnt, plant Aktienrückkauf und Stellenabbau.

Konkurrenz im Markt mit Abnehmmitteln setzt Novo Nordisk unter Druck
Foto: Christian Schultz/dpa

Die Abnehmspritze Wegovy und das Diabetes-Mittel Ozempic stellen eine starke Konkurrenz für den Pharmakonzern Novo Nordisk dar. Für das Jahr 2026 prognostizieren die Dänen einen Umsatzrückgang – der erste seit fast einem Jahrzehnt. Zudem wird das US-Geschäft durch eine Vereinbarung von Novo Nordisk mit der Regierung von Präsident Donald Trump beeinträchtigt, die niedrigere Medikamentenpreise vorsieht.

Konzernchef Mike Doustdar sprach in einer Telefonkonferenz von einem «nie dagewesenen Preisdruck». An der Börse brachen Aktien von Novo Nordisk in der Früh zeitweise um 18 Prozent ein auf umgerechnet rund 40 Euro – der Rekord aus dem Juni 2024 lag bei knapp 140 Euro. Um den Kurs zu stützen, kündigte der Konzern für 2026 einen Aktienrückkauf von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen an, umgerechnet etwa 2 Milliarden Euro. 

Deutliches Umsatzminus erwartet

Novo Nordisk erwartet in diesem Jahr einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent. Das Unternehmen wies auch auf das Auslaufen der Patente für seinen Diabetes- und Abnehmwirkstoff Semaglutid hin. Das angekündigte Umsatzminus wäre der erste Rückgang seit 2017, damals hatte Novo Nordisk leichte Einbußen inmitten eines Preiskampfes bei Insulin verzeichnet. Seitdem waren die Gewichtssenker zum Kassenschlager der Dänen geworden und hatten für Milliardenumsätze gesorgt.

Jedoch hat Novo Nordisk die Spitzenposition bei Abnehmmitteln verloren. Die Dänen gerieten im Wettstreit mit dem US-Wettbewerber Eli Lilly ins Hintertreffen, dessen Mittel als wirksamer angesehen werden. Darüber hinaus brachten Apotheken und andere Hersteller in den USA mit regulatorischen Schlupflöchern günstigere Kopien von Abnehmmedikamenten auf den Markt. Vorstandschef Doustdar hat bereits den Abbau von rund 9.000 Stellen angekündigt.

Im November hat Novo Nordisk mit der US-Regierung vereinbart, die Preise für Blockbuster wie Wegovy und Ozempic deutlich zu senken. Präsident Trump strebt eine Senkung der Gesundheitskosten an und hat den Pharmakonzernen mit hohen Zöllen gedroht, wenn sie nicht für niedrigere Preise sorgen und mehr Produktion in die USA verlagern.

Konkurrent Lilly auch bei Abnehmpille dicht auf den Fersen

Im letzten Jahr hat Novo Nordisk den Umsatz immerhin gesteigert. Er stieg um sechs Prozent auf gut 309 Milliarden dänische Kronen (rund 41,4 Mrd Euro). Das operative Ergebnis sank um ein Prozent auf 127,7 Milliarden Kronen. Unter dem Strich verdiente Novo Nordisk mit 102,4 Milliarden Kronen ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Doustdar hat neben dem Umbau erklärt, dass die Entwicklung neuer Medikamente das wichtigste Ziel sei. Die Hoffnungen liegen auch auf der Wegovy-Pille, die Ende 2025 in den USA zugelassen wurde. Allerdings ist Konkurrent Lilly mit einer eigenen Abnehmtablette dicht auf den Fersen.

dpa