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Preiskrise bei Döner und Burger – Rindfleisch knapp

Den Kalbsdöner gibt’s nicht mehr überall, der Hamburger wird teurer. Das Höfesterben in der Landwirtschaft wird im Geldbeutel spürbar. Gastronomen reagieren auf der Speisekarte.

Rindfleisch ist so teuer geworden, dass in München etliche Dönerläden Kalb von der Speisekarte gestrichen haben. (Foto: Illustration)
Foto: Christoph Schmidt/dpa

Ein knappes Angebot an Rindfleisch wirkt sich auf die Fast-Food-Branche in Deutschland aus: In den letzten drei Jahren sind sowohl Döner als auch Burger erheblich teurer geworden. Die Preise für Kalb- und Rindfleisch steigen stark an, da die Nachfrage nach Schlachttieren höher ist als das Angebot. Laut Daten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sind die Erzeugerpreise allein in diesem Jahr für Kuh- und Jungbullenfleisch jeweils um etwa 15 bis 20 Prozent gestiegen.

«Es ist eine ganz verrückte Situation», sagt Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der Kammer. Viele Betriebsaufgaben in der Rinderhaltung und die Blauzungenerkrankung haben demnach das Angebot stark reduziert.

Die Preiserhöhungen in der Gastronomie werden nicht nur durch Rindfleisch verursacht, sondern auch durch gestiegene Preise für Energie und andere Rohstoffe. Fleisch macht jedoch einen bedeutenden Teil der Kosten aus.

Kalb von der Speisekarte gestrichen

In München haben etliche Wirte bereits den Kalbsdöner von der Speisekarte gestrichen. «Zu teuer», sagt ein Dönerladenbesitzer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. «Da müsste ich an die zehn Euro verlangen, das zahlt keiner.» So gibt es nur noch Hühnchen und Pute. 

Auch die Burgerbranche leidet

Auch die Preisentwicklung des Standard-Hamburgers bei McDonald’s ist bemerkenswert: Anfang 2022 lag der Preis noch bei 1,29 Euro, vor einem Jahr bei 1,99 Euro und heute bei 2,29 Euro. Das bedeutet einen Anstieg von fast 80 Prozent innerhalb von drei Jahren. Auf die Gründe für diese Preiserhöhung angesprochen, gibt das Unternehmen keine konkrete Antwort. Bei größeren Burgern wie dem Big Mac ist die Preiserhöhung seit 2022 mit weniger als 30 Prozent zwar deutlich geringer, aber im Vergleich zur allgemeinen Inflation immer noch überdurchschnittlich.

Döner bald über zehn Euro?

Die Dönerhersteller sind alarmiert: «Experten prognostizieren, dass der Endpreis für Döner – als repräsentatives Produkt der Fleischverarbeitung – in naher Zukunft kurzfristig die 10-Euro-Grenze erreichen und mittelfristigsogar überschreiten wird», sagt Erdogan Koc, Sprecher des Verbands der Dönerproduzenten im baden-württembergischen Remchingen.

dpa