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Ramelow: Die Bahn ist ein «System des Chaos»

Für den Zustand der Deutschen Bahn hat Thüringens Landeschef Bodo Ramelow klare Worte. Und eine Vision, wie es anders laufen könnte.

Ramelow ist für eine klare Trennung zwischen Netz und Betrieb
Foto: Martin Schutt/dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow betont die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen angesichts des schlechten Zustands der Deutschen Bahn. «Die Bahn ist ein System des Chaos, dem die Akzeptanz immer mehr verloren geht», sagte der Linken-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

«Es werden Milliarden Euro Verlust abgerechnet, zugleich sind mehrere Millionen Passagiere verloren gegangen – und das noch während der Fußball-Europameisterschaft, in der viele Züge überfüllt waren und andere ausgefallen sind.»

Ramelow für klare Trennung von Netz und Betrieb

Ramelow spricht sich dafür aus, das Schienennetz als gemeinnütziges Stiftungsvermögen zu organisieren und systematisch zu modernisieren. Es brauche «eine radikale Trennung von Netz und Betrieb», meint der Landeschef. 

Die Infrastrukturgesellschaft InfraGo koordiniert seit Jahresbeginn die Generalsanierung von vielen stark befahrenen Streckenkorridoren. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg ist sie auch gesetzlich verpflichtet, dem Gemeinwohl zu dienen.

«Pünktlich wie die Deutsche Bahn» heute Satire

Sein Großvater habe immer gesagt: «Pünktlich wie die Deutsche Bahn», sagte Ramelow. Das gehe heute «nur noch als Satire durch».

Vor ein paar Tagen hatte die Bahn gemischte Zahlen präsentiert: Im Fernverkehr verzeichnete der staatliche Konzern einen Rückgang der Fahrgäste um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr betrug im ersten Halbjahr nur noch 62,7 Prozent – etwa sieben Prozentpunkte weniger als im ersten Halbjahr 2023. Auch finanziell war das erste Halbjahr für die Bahn nicht erfolgreich: Nach Zinsen und Ertragssteuern steht ein Verlust von 1,2 Milliarden Euro.

dpa