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Theurer äußert Verständnis für Handeln der Länder beim D-Abo

Das Deutschland-Abo wird im Januar wohl teurer werden. Darauf haben sich die Bundesländer untereinander verständigt. Was sagt die Bundesregierung dazu?

Für monatlich 49 Euro mit Bussen und Bahnen durchs ganze Land gilt wohl nur noch in diesem Jahr - danach dürfte das Deutschlandticket teurer werden. (Archivbild)
Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Die Bundesregierung hat Verständnis für das Handeln der Bundesländer bei der Preisgestaltung des Deutschland-Abos geäußert. «Angesichts der allgemeinen Preissteigerungen und der Tarifabschlüsse mit den Ländern war es durchaus vorhersehbar und auch angemessen, dass es zu einer Preisanpassung kommen würde», sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium (BMDV), Michael Theurer (FDP), der «Rheinischen Post». Die Tarifhoheit für den ÖPNV liege bei den Ländern. «Dass die Länder für ihre Aufgaben nun auch öffentlich Verantwortung übernehmen, ist zu begrüßen.»

Gleichwohl liege der Schlüssel für die Finanzierung des Tickets etwa in der Zahl der verkauften Abos sowie darin, dass «Effizienzreserven, die durch das Ticket in den Vertriebsstrukturen und bei der Zahl der Verkehrsverbünde freigesetzt wurden, auch tatsächlich genutzt werden», betonte Theurer. Dies sollten die Bundesländer erst prüfen, bevor sie eine Preisdebatte aufmachten. 

Die Verkehrsministerinnen und -minister der Bundesländer haben auf einer Sonderkonferenz angekündigt, dass das bisher monatlich 49 Euro teure Abo ab Januar erhöht wird. Laut Beschluss der Konferenz sei dies selbst dann notwendig, wenn alle geplanten Mittel des Bundes und der Länder wie vereinbart fließen.

Seit jeher Streit um Finanzierung

Das Deutschlandticket existiert seit Mai 2023. Es erlaubt Inhabern bundesweit und unbegrenzt Fahrten in Bussen und Bahnen des Regional- und Nahverkehrs. Das Abonnement kann monatlich gekündigt werden und dient als wichtiges Instrument zur Vereinheitlichung und Vereinfachung der unübersichtlichen Tarifsituation im deutschen ÖPNV. Es gibt jedoch schon immer Streit über die Finanzierung zwischen Bund und Ländern. Letztendlich entstehen den Verkehrsunternehmen durch das günstigere Angebot Einnahmeausfälle, die ausgeglichen werden müssen.

Um wie viel das Deutschlandticket ab dem kommenden Jahr teurer wird, ist bisher offen. Klären wollen die Bundesländer das auf einer weiteren Verkehrsministerkonferenz im Herbst, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). Die Ankündigung der Länder stieß in den Regierungsfraktionen indes auf Kritik. «Die ständigen Debatten über den Preis des Tickets von Herrn Krischer sollen von überfälligen Reformen ablenken», teilte die FDP-Fraktionsvize, Carina Konrad, mit. «Überholte und teure Strukturen im Nahverkehr müssen reformiert werden.»

dpa