Zeitnah will Northvolt mit dem Bau der Batteriefabrik bei Heide starten. Ministerpräsident Daniel Günther spricht von einem Gamechanger für Schleswig-Holstein. Die Entscheidung wird die Region verändern.
Region Heide rüstet sich für neue Batteriefabrik

Der Bau einer großen Batteriefabrik für Elektroautos bei Heide bietet nach Ansicht der Landesregierung große Chancen für Schleswig-Holstein und die Menschen der Region. «Das ist aus meiner Sicht ein echter Gamechanger», sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag. Das Projekt des schwedischen Unternehmens Northvolt werde das Gesicht des Landes im positiven Sinne nachhaltig verändern.
Am Montagabend hatte nach Lohe-Rickelshof auch die zweite Standort-Gemeinde Norderwöhrden dem Projekt zugestimmt. Nun fehlt nur noch die Baugenehmigung durch das Landesamt für Umwelt im Zusammenspiel mit dem Kreis Dithmarschen. «Das ist eine Formalie», sagte Landrat Stefan Mohrdieck der Deutschen Presse-Agentur. Er rechne mit bis zu 15 000 Menschen, die in den kommenden Jahren in die Region kämen. Zum Vergleich: Die Kreisstadt hat aktuell gerade einmal 22 000 Einwohner.
«Ein historisches Tag für den Norden»
Neben den Arbeitsplätzen bei Northvolt und nachfolgenden Ansiedlungen profitiere die Region auch durch den Ausbau der sozialen Infrastruktur, sagte Günther. Die Landesregierung werde die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitstellen für alles, was in der Verantwortung des Landes stehe. Die Höhe des Investitionsbedarfes lasse sich noch nicht genau einschätzen. «Klar ist, diese wichtige Investition und die Umsetzung wird nicht am Geld scheitern.» Er sprach von einem historischen Tag für den Norden. «Jetzt haben wir die cooleren Arbeitsplätze bei uns in Schleswig-Holstein.»
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte NDR Info, die Region Heide habe das Interesse des schwedischen Unternehmens geweckt, weil dort schon lange auf Strom aus Windkraft gesetzt werde. «Das hat den Unterschied gemacht gegenüber allen anderen Standorten in Europa. (…) Das zeigt ja, dass die Industriestrategie und die Klimaschutzstrategie eng miteinander verzahnt sind und dieser Plan aufgeht.» Für die Region sieht er große Chancen. «Natürlich werden Leute von außen kommen, nach Schleswig-Holstein ziehen, pendeln.» Kitas, Schulen, Bäckereien und Infrastruktur würden nachziehen. «Das ist schon eine Ankerinvestition, die weite Teile der Westküste Schleswig-Holsteins stärken und attraktiver machen wird.»
Es sollen 3000 Arbeitsplätze entstehen
Die Entscheidung für das Projekt im Gemeinderat von Norderwöhrden war äußerst knapp. Wie erwartet stimmten vier Mitglieder dafür, während drei die Fabrik ablehnten. Einer der Gegner argumentierte, dass der Ausbau der Infrastruktur in der ländlichen Region nicht Schritt halten könne und der kleine Ort mit weniger als 300 Einwohnern keinen Nutzen daraus ziehen würde. Alle sieben gehören der Freien Wählergemeinschaft Norderwöhrden an. Vizekanzler Habeck betonte, dass diese Entscheidung auch ein starkes Zeichen für die Demokratie sei, da die Gemeindevertreter vor Ort die Entscheidungsgewalt hatten.
Die Fabrik von Northvolt wird Batteriezellen für E-Autos produzieren. Die Produktion wird voraussichtlich im Jahr 2026 beginnen. Durch eine Investition von 4,5 Milliarden Euro sollen 3000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Laut Angaben aus dem Umfeld hat das Unternehmen bereits etwa 100 Millionen Euro in das Bauvorhaben investiert. Es ist auch geplant, eine Anlage zur Wiederverwertung von Altbatterien ausgemusterter E-Autos zu errichten.
Vor etwa zwei Wochen genehmigte die EU-Kommission Fördermittel und Garantien von 902 Millionen Euro für Northvolt seitens des Bundes und des Landes. Das Projekt wird mit etwa 700 Millionen Euro gefördert, zusätzlich gibt es Garantien über weitere 202 Millionen Euro. Der Bund erhält rund 564 Millionen Euro an Fördermitteln, während das Land bis zu 137 Millionen Euro erhält.








