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Reiche wendet sich um: Bund kauft Gas zur Auffüllung der Speicher

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat ihren Widerstand gegen staatliche Gaszukäufe aufgegeben und Sefe mit dem Einkauf zusätzlicher Erdgasressourcen beauftragt. Diese Entscheidung erfolgt angesichts niedriger Speicherstände von etwa 55,92 Prozent, die vor dem Winter dringend erhöht wer…

Niedrige Speicherstände: Reiche vollzieht offenbar Kehrtwende - und lässt nun zusätzlich Gas einkaufen
Grunpfnul via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat ihren bisherigen Kurs hinsichtlich staatlicher Gaszukäufe überdacht, was angesichts der besorgniserregend niedrigen Gasspeicherstände in Deutschland fatale Konsequenzen haben könnte. Laut Berichten hat die Ministerin den staatlichen Gasimporteur Sefe beauftragt, zusätzliches Erdgas zu beschaffen. Ziel ist es, die Gasspeicher rechtzeitig vor Wintereinbruch aufzufüllen.

In der Vergangenheit lehnte Reiche staatliche Eingriffe ab, da sie diese für potenzielle Marktverzerrungen hielt. Doch nun soll der neue Kurs dazu beitragen, die Speicherstände, die derzeit bei etwa 55,92 Prozent liegen, merklich zu steigern. Dies entspricht einem Rückgang um 19,48 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und liegt unter dem langjährigen Durchschnitt von 2015 bis 2021.

Sefe hat bereits mit den Einkäufen begonnen und verfolgt dabei eine Strategie, die darauf abzielt, die Marktpreise nicht übermäßig zu beeinflussen. Die Käufe werden schrittweise abgewickelt, um eine “minimalinvasive und kosteneffiziente” Umsetzung zu gewährleisten. Die Regierung erwartet, dass durch diese zusätzlichen Käufe die Speicherstände auf über 70 Prozent angehoben werden, was dem gesetzlich festgelegten Ziel von 80 Prozent bis zum 1. November sehr nahekommt.

Die Entscheidung von Reiche ist jedoch nicht unumstritten. Innerhalb ihrer Partei wurden Bedenken laut, dass staatliche Gaszukäufe die Preise weiter in die Höhe treiben könnten. Diese Zweifel haben in den vergangenen Wochen zugenommen, was die Ministerin zum Umdenken veranlasste.

Uniper, ein weiterer staatlicher Energiekonzern, wird nicht in die Gaskäufe einbezogen. Im Bundesfinanzministerium bestehen Bedenken, dass zusätzliche Käufe durch Uniper die geplante Privatisierung des Unternehmens gefährden könnten. Sowohl Sefe als auch Uniper wurden während der Energiekrise im Jahr 2022 verstaatlicht und müssen bis Ende 2028 wieder weitgehend privatisiert werden.

Die finanziellen Auswirkungen der Gaskäufe durch Sefe werden auf etwa 40 bis 60 Millionen Euro geschätzt. Im Wirtschaftsministerium geht man jedoch davon aus, dass diese Belastung für eine künftige Privatisierung als überschaubar einzustufen ist. Unter anderem wird die schleppende Befüllung der Gasspeicher auf den Konflikt um die Straße von Hormus zurückgeführt, der die Energiepreise beeinflusst hat. Dies hat dazu geführt, dass Händler zögerlich sind, Gas für den Winter einzukaufen und einzulagern.

Der aktuelle Füllstand der deutschen Gasspeicher liegt bei knapp 56 Prozent und damit deutlich unter dem gewohnten Niveau für diese Jahreszeit. Die Maßnahmen von Sefe sollen sicherstellen, dass die Speicherstände rechtzeitig vor dem Winter erhöht werden.

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Quellen: n-tv, Handelsblatt

Bildquelle: Grunpfnul via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS