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Rheinmetall plant Umsatzverfünffachung bis 2030

Das Unternehmen will wachsen und profitabler werden, angetrieben durch internationale Konflikte und steigende Rüstungsnachfrage.

Es geht steil nach oben mit Deutschlands größter Rüstungsfirma.
Foto: Michael Matthey/dpa

Deutschlands größter Rüstungskonzern sieht sich auf Kurs, um seinen Umsatz binnen sechs Jahren zu verfünffachen. «2030 wollen wir bei Verkäufen von etwa 50 Milliarden Euro sein», sagte Konzernchef Armin Papperger vor Finanzanalysten im niedersächsischen Unterlüß und zeigte sich überzeugt, dieses Ziel zu erreichen. Hintergrund sind internationale Konflikte. In Unterlüß hat Rheinmetall sein größtes Werk.

Das Unternehmen werde zudem profitabler wirtschaften, so Papperger. «Wir wollen größer werden und bessere Zahlen haben.» Im Jahr 2024 war Rheinmetall auf einen Jahresumsatz von 9,8 Milliarden Euro gekommen. Vor dem russischen Großangriff auf die Ukraine waren es im Jahr 2021 rund 5,7 Milliarden Euro gewesen. 

Aufgrund des Ukraine-Krieges erhält Rheinmetall eine signifikante Zunahme an Bestellungen für Artillerie, Munition, Flugabwehr und Panzer. Einerseits liefert das Unternehmen direkt an die Ukraine, andererseits erhöhen NATO-Staaten ihre Lagerbestände und modernisieren ihre Militärgüter, um für einen potenziellen russischen Angriff gerüstet zu sein.

Was würde ein Ende des Ukraine-Krieges bedeuten?

Papperger betonte auch, dass ein möglicher Friedensschluss in der Ukraine oder ein Einfrieren des dortigen Konflikts dem wirtschaftlichen Aufschwung von Rheinmetall keinen Schaden zufügen würde. Die Nato-Staaten seien entschlossen, viel mehr in ihre Armeen zu investieren als zuvor, und der Bedarf an Rüstungsgütern werde weiterhin groß sein. Deutschland sei hierbei der Treiber, dessen Verteidigungshaushalt sich voraussichtlich von 2025 bis 2030 auf etwa 180 Milliarden Euro verdreifachen werde, so Papperger.

2030 werde beim Boom des Rüstungsgeschäfts nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein, zeigte sich der Manager überzeugt. «2030 werden die Nato-Staaten nicht 100 Prozent da sein, wo sie sein wollen.» Daher werden sie auch danach kräftig einkaufen, so die Prognose des Rüstungsmanagers. 

Papperger führte die Finanzanalysten durch diverse Schaubilder, in denen das bisher gemeisterte und das erwartete Wachstum von Rheinmetall zu sehen war. «Manchmal sehe ich diese Zahlen und es fühlt sich an wie eine Wunderwelt.»

Produktionskapazitäten steigen deutlich

Rheinmetall plant, seine Produktionskapazitäten deutlich zu erhöhen. Im Jahr 2022 stellte das Unternehmen nach eigenen Angaben noch 60.000 Schuss Panzermunition im Kaliber 120 Millimeter her, während es bis 2027 bereits 240.000 Schuss sein sollen. Der Anstieg bei der 155-Millimeter-Artilleriemunition ist noch steiler: Während es 2022 noch 70.000 Schuss waren, sollen es bis 2027 bereits 1,1 Millionen und bis 2030 1,5 Millionen sein. Die Produktion von Mittelkaliber-Munition, die für die Flugabwehr verwendet wird, soll laut den Plänen von 2022 bis 2030 auf 4 Millionen Schuss vervierfacht werden.

Bislang stellt Rheinmetall nicht nur Rüstungsgüter her, sondern auch Autoteile. Dieser Geschäftszweig als Zulieferer schwächelt allerdings, er steht zum Verkauf. Spätestens Mitte nächsten Jahres wird Rheinmetall aber ein reiner Rüstungskonzern sein, wie aus den Worten von Papperger deutlich wurde: «Ich glaube, wir sind bereit zum Verkauf des zivilen Geschäfts im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres.»

dpa