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Rheinmetall und MBDA forcieren Laserwaffen-Vorhaben

Um Laserschwerter mit bunten Strahlen wie bei «Star Wars» geht es nicht, um gebündelte Energie mit großem Zerstörungskraft aber durchaus: Zwei Rüstungsfirmen treiben ihre Pläne mit Laserwaffen voran.

Der Laserdemonstrator von Rheinmetall und MBDA auf einem deutschen Marineschiff. Inzwischen ist er an Land gebracht worden.
Foto: -/Rheinmetall/dpa

Die Rüstungskonzerne Rheinmetall und MBDA Deutschland arbeiten zusammen, um ihr Laserwaffen-Geschäft voranzubringen. Im ersten Quartal 2026 planen sie die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für Marine-Laser-Aktivitäten, gaben die Unternehmen in Düsseldorf und Schrobenhausen bekannt.

Die Unternehmen arbeiten bereits seit 2019 zusammen, ein Demonstrator – also eine Laserwaffe im Erprobungsstadium – wurde gemeinsam entwickelt. Er wurde ein Jahr lang auf einem deutschen Kriegsschiff getestet, ist nun jedoch zur weiteren Erprobung an Land gebracht worden – und zwar an einen Bundeswehr-Standort in Meppen. Ab 2029 soll das Produkt marktreif und somit regulär einsatzbereit sein.

Laserwaffen sind eine komplexe Angelegenheit und in der Realität sehr weit von solchen Exemplaren entfernt, wie man sie aus Science-Fiction-Filmen wie «Star Wars» kennt. Zum einen sind die Strahlen nicht bunt, sondern farblos. Außerdem brauchen die Waffen enorme Mengen an Strom, was ihren mobilen Einsatz einschränkt – ein Schiff eignet sich daher dank seines starken Motors und großen Energietanks besser als ein Fahrzeug an Land.

Das Thema Tracking ist ebenfalls sehr anspruchsvoll: Die Sensorik verfolgt das feindliche Flugobjekt und berechnet schnell, wann der Laserschuss – also der Energiestrahl – abgegeben werden muss, um es an einem bestimmten Punkt zu treffen und dann eine gewisse Zeit auf dem Objekt zu bleiben, bis dessen Oberfläche geschmolzen ist. Auf See muss auch der Wellengang berücksichtigt werden, damit der Energiestrahl stabil auf dem Zielobjekt bleibt und nicht abrutscht.

Einsatz gegen Drohnen

Rheinmetall und MBDA betonen, dass Laserwaffen lediglich eine Ergänzung zu anderen Waffensystemen darstellen, wie Rohrwaffen und Lenkflugkörper – somit das Kerngeschäft der beiden beteiligten Firmen.

Laserwaffen eigneten sich besonders zur Abwehr von Drohnen, heißt es von den Waffenfirmen. Nach Darstellung der Firmen hat sich der Demonstrator auf seiner einjährigen Erprobungszeit auf der deutschen Fregatte bewährt, es wurden mehr als 100 Beschüsse und Tracking-Versuche durchgeführt. Es seien alle notwendigen Fähigkeiten nachgewiesen worden, «um die Ziele präzise, schnell und kollateralschadensarm zu bekämpfen», heißt es in der Mitteilung. 

Die Unternehmen berühren hier einen sensiblen Punkt bei Laserwaffen: Wenn etwas schief geht, können Unbeteiligte schweren Schaden erleiden. Wenn beispielsweise ein unbeteiligtes Flugzeug in den Laserstrahl gerät und der Pilot oder ein Passagier in den Laser schaut, können sie erblinden. Auch Zivilisten am Ufer, die zufällig von einem solchen Strahl getroffen werden und auf die Quelle schauen, sind gefährdet.

Ein-Euro-Münze wird aus großer Entfernung getroffen

So weit soll es aber gar nicht erst kommen. Nach Darstellung von Rheinmetall und MBDA hat ihr bei der Marine erprobter Demonstrator es geschafft, «einen Haltepunkt in der Größe einer Ein-Euro-Münze auf einem weit entfernten Ziel stabil zu verfolgen und punktgenau die Energie der Laserwaffe dorthin zu bündeln». Diese Präzision im Tracking und in der Bekämpfung verhindere es, dass der Schuss am Ziel vorbeigeht. Es werde «größtmögliche Sicherheit» gewährt.

Der zuständige Rheinmetall-Manager Roman Köhne sagte, dass der Bundeswehr binnen kurzer Zeit ein einzigartiges Produkt angeboten werden könne. «Darüber hinaus wurde von Anfang an ein Schwerpunkt in der Nationalisierung der Technologie gelegt: Neben staatlicher Souveränität und Versorgungssicherheit in Krisenfällen, ist es ein Ziel, langfristig Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, auf- und auszubauen.» Thomas Gottschild von MBDA Deutschland betonte, dass das Laserwaffensystem «designed und made in Germany» sei.

dpa