Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Robotaxi-Firma Cruise entlässt ein Viertel der Mitarbeiter

Nach einem Unfall und der Aussetzung der Fahrten zieht die Robotaxi-Firma Cruise drastische Konsequenzen.

Ein selbstfahrendes Auto der General-Motors-Tochterfirma Cruise.
Foto: Paul Sancya/AP/dpa

Die Robotaxi-Firma Cruise, die nach einem Unfall in Schwierigkeiten geraten ist, entlässt fast ein Viertel ihrer Mitarbeiter. Vor einem Monat hat die Tochtergesellschaft des Autoriesen General Motors ihre Fahrten ausgesetzt und ihre Expansionspläne stark reduziert. Laut einer veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter werden 24 Prozent der Vollzeit-Jobs gestrichen, hauptsächlich im nicht-technischen Bereich.

Bei dem Unfall Anfang Oktober wurde eine Frau von einem fahrerlosen Auto von Cruise mehrere Meter mitgeschleift. Zuvor wurde die Fußgängerin von einem anderen Fahrzeug mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor das selbstfahrende Auto geschleudert. Laut Unfallbericht bremste das Robotaxi zwar sofort, jedoch geriet die Frau trotzdem unter das Fahrzeug.

Die Cruise-Wagen sind so konfiguriert, dass sie in einigen Situationen automatisch an den Straßenrand fahren, um den Verkehr nicht zu stören. Auch in diesem Fall entschied sich die Software dafür – obwohl die Frau noch unter dem Wagen war. Laut einem Bericht der kalifornischen Verkehrsbehörde wurde sie etwa sechs Meter mitgeschleift, während der Wagen eine Geschwindigkeit von etwa elf Kilometern pro Stunde erreichte.

Verzicht auf Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale

Nun verzichtet Cruise darauf, im kommenden Jahr wie geplant erste Fahrzeuge seines «Origin»-Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale auf die Straße zu bringen. Stattdessen will Cruise weiter auf umgebaute Autos des GM-Elektromodells Chevy Bolt setzen. Der Betrieb soll zunächst auch nur in einer Stand wieder aufgenommen werden. Cruise war außer in San Francisco in fünf weiteren US-Städten unterwegs und wollte im kommenden Jahr ein Dutzend weitere hinzufügen.

Im vergangenen Jahr wurde San Francisco zu einem einzigartigen Testfall für selbstfahrende Taxis. Neben Cruise erhielt auch die Google-Schwesterfirma Waymo im Sommer die Genehmigung einer kalifornischen Aufsichtsbehörde, ihre fahrerlosen Beförderungsdienste im gesamten Stadtgebiet auszuweiten. Die Stadtverwaltung und zahlreiche Einwohner waren dagegen. Sie argumentierten unter anderem, dass die Fahrzeuge häufig den Verkehr blockierten. Waymo darf weiterhin seinen Robotaxi-Dienst ohne Sicherheitsfahrer am Steuer in ganz San Francisco anbieten.

dpa