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Russland und Usbekistan stärken Energiepartnerschaft

Putin kündigt Ausbau von Gas-Pipeline und Bau von Atomkraftwerken in Usbekistan an, um Energiepartnerschaft zu erweitern.

Russlands Präsident Wladimir Putin zusammen mit seinem usbekischen Amtskollegen Schawkat Mirsijojew in Taschkent.
Foto: Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Russland will vor dem Hintergrund westlicher Sanktionen die Energiepartnerschaft mit der zentralasiatischen Republik Usbekistan stark ausweiten. Bei seinem Staatsbesuch in der Hauptstadt Taschkent kündigte Kremlchef Wladimir Putin am Montag den Ausbau einer Gas-Pipeline und die Errichtung mehrerer Wasser- und Atomkraftwerke im erdbebengefährdeten Usbekistan mit russischer Hilfe an. «Der Bereich Energie ist eine strategische Richtung», sagte Putin. 

Der Gasexport soll laut Angaben durch den Ausbau der Pipeline bereits im nächsten Jahr auf elf Milliarden Kubikmeter erhöht werden. Aktuell beträgt er 2,8 Milliarden Kubikmeter. Usbekistan verfügt zwar über reichlich eigene Rohstoffe, darunter Gas. Sowohl die Förderanlagen als auch das Gasverteilernetz im Land sind jedoch veraltet. Die selbst produzierte Menge reicht daher nicht aus, um den gestiegenen Eigenbedarf zu decken.

Moskaus Einfluss im postsowjetischen Raum

Putin unternimmt seine dritte Auslandsreise seit Beginn seiner fünften Amtszeit in diesem Monat – zuvor besuchte er China und Belarus. Laut russischen Medien ist der Besuch in Usbekistan ein Zeichen für Putins Bemühungen, den Einfluss Moskaus im postsowjetischen Raum wieder zu festigen.

Moskau und Taschkent planen, beim Bau kleiner Atomkraftwerke in Afghanistan zusammenzuarbeiten. Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew gab bekannt, dass eine Vereinbarung zum Bau mehrerer solcher Anlagen während des Putin-Besuchs unterzeichnet wird. Es handelt sich um bis zu sechs Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 55 Megawatt.

Vereinbarung über Bau eines großen Atomkraftwerks

Im Jahr 2018 haben Russland und Usbekistan vereinbart, ein großes Atomkraftwerk mit einer Gesamtleistung von 2,4 Gigawatt zu bauen. Trotzdem wurde der Baubeginn mehrmals verzögert. Jetzt soll auch die Umsetzung beschleunigt werden.

«Es gibt gute Perspektiven für eine Zusammenarbeit in der Wasserkraft», sagte Putin außerdem. Russische Spezialisten sollen seinen Angaben nach zwei Wasserkraftwerke an usbekischen Seen anlegen. Mit russischer Hilfe werde so die Energiesicherheit des zentralasiatischen Landes gewährleistet, hob Putin hervor.

dpa